105 mm Granate - Widdershausen aktuelles Projekt

Chronik Widdershausen
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105 mm Granate

Chronik 3 > 2.Weltkrieg
Schwerter zu Pflugscharen
In den Nachkriegsjahren gilt für Alltagsgegenstände zunächst ein klares Motto: Funktion schlägt Schönheit.
Aus dem, was da ist, macht man das, was man braucht.

 In den Nachkriegsjahren, als es den Menschen an allem mangelt, müssen Alltagsgegenstände praktisch sein und funktioneren, wie Granathülsen, die zu Wärmflaschen werden.

So auch in Widdershausen:
Am Ostersamstag den 31. März 1945 marschierten amerikanische Streitkräfte (Kampf­kommandos der 4. US Panzerdivision und der 90. US Infanteriedivision) in Widdershausen ein.
Am 03. April 1945 baute die "C" Company der 150th Combat Engineer Battalion eine Ponton-Brücke über die Werra.
 
Da es am 04. April 1945 bei Vitzeroda zu Kampfhandlungen mit den Resten einer Waffen-SS Einheit kam, wurde von der amerikanischen Infanterieeinheit vor Vitzeroda Artillerieunterstützung angefordert. Eine Artillerieeinheit der 90. US Infanteriedivision ging zwischen Dippach und Leimbach in Stellung und feuerte 105 mm Granaten in Richtung Vitzeroda.
Amerikanisches Artilleriegeschütze vom Typ M2A1 beim Verschiessen von 105 mm Granaten. Beim rechten Fuß des Ladeschützen liegt bereits die Kartusche einer verschossenen Granate.
Amerikanische 105 mm Granaten, die vom M2A1 Geschützen verschossen wurden.
Die Kartuschen (Granathülsen) aus Messing liessen die amerikanischen Artilleriesoldaten natürlich in ihrer Stellung "Am langen Strauch" neben dem Igelsdorf zurück.
Nikolaus Trieschmann aus Widdershausen sammelte die leeren Messing-Kartuschen auf seinem Ackerland ein und verbrachte sie in seine Werkstatt.
Dort wurde der offene Teil der Kartusche durch Hartlöten mit einem Messingdeckel verschlossen und in den hinteren festen Teil der Kartusche ein Loch gebohrt.
In dieses Loch wurde Gewinde geschnitten und ein Schraubverschluß eingebracht.
Kartusche mit Schraubverschluß, aus der Beschriftung kann man entnehmen, dass die 105 mm Granate 1944 hergestellt wurde.
Diese Messing-Kartuschen waren über 50 Jahre als Wärmflaschen in Widdershausen im Einsatz.
Diese umgebauten Messing-Kartuschen wurden über 50 Jahre in der Widdershäuser Brückengasse von den Familien Trieschmann und Koch zu einem friedlichen Zweck eingesetzt, nämlich als Wärmflaschen.
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