Chronik und Dorfbuch von Widdershausen/Werra

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Dorfname

Sagen

Wovon Namen künden

Dankmarshausen und Widdershausen

Nachdem König Karlmann das von Seulingswald, Richelsdorfer Gebirge und Ringgau zur Werra abfallende Land dem Kloster Fulda gestiftet hatte, geschah es einmal, daß der Abt diese Gebiet bereiste. Er hatte eine ungünstige Zeit gewählt.

Das Wetter war kühl und naß. Nur mühsam kam er in seinem Wagen voran. Unterhalb der Hornungskuppe ver­sanken die Hinterräder im Schlamm. Der Abt stieg aus, griff in die Speichen, und der Fuhrknecht schlug auf das Pferd ein. Es war nichts zu machen, sie saßen fest.

Abb.: Der Abt aus Fulda als Namensgeber

Der Abt schickte den Knecht in das nächste Dorf. Aber dort wurde er abgewiesen: ,,Wir haben oft erlebt, daß der Abt unbarmherzig ist, darum helfen wir ihm nicht!" Nun lief der Knecht ins Nachbardorf. Hier waren die Leute hocherfreut, dem würdigen Mann helfen zu dürfen. In Scharen liefen sie hinaus und legten kräftig Hand an. Im Nu war der Wagen wieder fahrbereit.
Ehe der Kirchenfürst sein Gefährt bestieg, sagte er: ,,Ihr habt ein gutes Werk getan. Euer Dorf, das meinen Dank verdient, soll von nun an Dankmarshausen heißen. Das an­dere aber, wo Widersinn die Herzen verhärtet, Widdershau­sen." Wie man sieht, wurde sein Gebot befolgt

Quelle: Wenn der Hahn dreimal kräht..... Sagen aus dem Werratal. Friedemann Stein. ã1987 Werratalverein Herleshausen.

Dankmarshausen und Widershausen

Der hochwürdige Abt Dankmar von Fulda, machte einst eine Rundreise durch seinen Sprengel. Die Wege aber waren zu damaliger Zeit grundlos und der Abt nicht leicht, und so kam es, daß er mit seinen Gefährten in der Werraniederung stecken blieb. Er schickte ins nächste Dorf, um Vorspann zu holen. Der Abt war aber wegen der Strenge, mit der er den Zehnten eintrieb, dort nicht beliebt, die Leute weigerten sich, meinten, der Diener Gottes könnte sich selbst schon helfen, schützten dringende Arbeit vor und der heilige Mann blieb im Moraste stecken.

Ergrimmt ob der wenigen Ehrerbietung, schickte er darauf in den nächsten Ort, und hier beeiferten sich die Bewohner um die Wette, ihrem Oberherrn die nöthige Hülfe zu leisten. Er ertheilte ihnen hierauf seinen Segen und die guten Leute zogen, wohlzufrieden damit, in die Heimath zurück. Als nun bald nachher die barbarischen Namen der Ortschaften auch im Werrathale, welches damals zu Fulda gehörte, gegen wohlklingendere vertauscht wurden, da verfügte der Abt, daß hinführo das Dorf, wo ihm die Einwohner, auf seiner Reise, durch Verweigerung ihrer Hülfe zuwider geworden waren, Widershausen genannt werde, das nächste aber, wo sich die Leute als fromme, dem Stifte ergebene Knechte bezeigt hatten, solle, als ein dem Abt wohlgefälliger Ort, den Namen Dankmarshausen führen, bis in die spätesten Zeiten.

So sind sie denn auch bis auf unsre Zeit übergegangen, und die ältesten Leute jener beiden Dörfer erzählen die Entstehung dieser Namen, als eine von ihren Vätern ihnen hinterlaßne Sage, ganz so, wie hier berichtet ist.

Quelle: Sagen aus dem Werrathale, Johann Heinrich Christian Heusinger, Nachdruck des Originals von 1841 im Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 1. Auflage 2002



Die Entstehung des Ortnamens „Widdershausen“


Wir müssen es leider den berufenen Namensforschern überlassen, der Entstehung des Ortnamens „Widdershausen“ nachzugehen. Es ist wohl anzunehmen, daß in den Jahren der Besiedlung der Werratalaue, etwa vor 1500 Jahren, hier ein Franke namens Widerolf oder Widerolt lebte. Eine alte Sage führt die Namensgebung auf einen Fuldaer Abt zurück, der in den sumpfigen Wiesen zwischen Widdershausen und Dankmarshausen mit seiner Pferde­kutsche festsaß. In Widdershausen wurden seine Begleiter schroff abgewiesen, in Dankmarshausen kamen ihm sofort Bauern mit Pferdegespannen zu Hilfe und befreiten den Abt aus seiner sumpfigen Lage. Den widerspenstigen Widdershäusern warf er einige unchristliche Worte nach, den Dankmarshäusern versprach er ewigen Dank. So einfach erklärt uns die Sage die Entstehung der beiden Ortsnamen der Nachbargemeinden Widdershausen und Dankmarshausen.

Sagen aus dem Werrathale, Gesamtausgabe des Heusinger Originals von 1841, Verlag Rockstuhl, ISBN: 3-936030-69-3 Bad Langensalza, 2002

Heusinger erwarb sich Verdienste um die Sammlung von Sagen aus dem sächsischen und thüringischen Raum, sie gelten heute als wichtiges Volksgut aus dieser Zeit. Daneben verfasste er Schriften mit autobiografischem Hintergrund, so über seine Zeit als Soldat

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