Chronik und Dorfbuch von Widdershausen/Werra

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Flieger Ruch

Kriege > 1. Weltkrieg

Der Fliegerunteroffizier Konrad Ruch aus Widdershausen
Der Pfarrer Fritz Stamm berichtete während des ersten Weltkrieges in den Heimatgrüßen (Die Heimatgrüße aus den Kirchspielen Obersuhl, Heringen und Philippsthal erschienen von 1914 bis 1918) über Einsatzgebiete, Verwundungen, Beförderungen und Todesfälle der Soldaten aus den Kirchengemeinden.
Auch berichtete er über besondere Vorkommnisse aus den Gemeinden und versendete diese Heimatgrüße über die Feldpost an die Fronten.

In dieser Zeitschrift berichtete Pfarrer Stamm aus Widdershausen und Obersuhl

Fliegerunteroffizier Konrad Ruch

In der Osterausgabe 1915 der Heimatgrüße berichtet Pfarrer Fritz Stamm von der Verleihung des Eisernen Kreuzes an den Pionierunteroffizier Konrad Ruch aus Widdershausen.
In der Aprilausgabe 1917 der Heimatgrüße berichtet Pfarrer Fritz Stamm dass der Pionierunteroffizier Konrad Ruch aus Widdershausen zur Fliegertruppe übergegangen ist.
In der Juniausgabe 1917 der Heimatgrüße berichtet Pfarrer Fritz Stamm vom Besuch des Fliegers Konrad Ruch in Widdershausen:
Einen besonderen Festtag hatten die Widdershäuser am 13. Mai 1917, wo sie der Fliegerunteroffizier Konrad Ruch mit seinem Flugzeug auf einige Stunden besuchte. Landung auf den Werrawiesen und Aufstieg, die großartig gelangen, hatten das ganze Dorf als Zuschauer hinausgelockt.

Abb.: Aufklärungsflugzeug DFW von Konrad Ruch und seinem Beobachter Seifert

Am 25. Juli 1917 bekam Pfarrer Stamm von dem Lazarettpfarrer in Hörde bei Dortmund die betrübende Mitteilung, dass der Fliegerunteroffiziers Konrad Ruch aus Widdershausen mit seinem Flugzeug aus 3.000 Meter Höhe abgestürzt sei, aber durch ein Wunder Gottes nur einen Beinbruch davongetragen habe und dort im Lazarett liege. Wir wünschen ihm, der uns noch vor kurzem durch seinen Besuch im Flugapparat erfreut hat, von Herzen baldige Herstellung.

In dem Buch "die Flieger-Abteilung (A) 235 im Weltkriege" von Dr. Emil Mertens (Bernhard Sporn, Buchdruckerei und Verlagsanstalt Zeulenroda, 1928) ist auf Seite 41 vermerkt:

"Am folgenden Tag [
12. Juli 1917] wird die Besatzung Unteroffizier Ruch - Leutnant der Reserve Seifert von vier Sopwiths beim Artillerie-Einschießen angegriffen. Unter dem Hagel der feindlichen Maschinengewehre reißt in einer Kurve die Bespannung des linken oberen Tragdecks fast völlig ab, so dass die Maschine aus 3700 M Höhe steuerlos abtrudelt. Mit ganz fabelhaftem Fliegerglück stürtz das Flugzeug auf ein Haus in Montigny en Gohelle.
Hierdurch wird die Wucht des Aufpralls so gemindert, dass der Beobachter ganz unversehrt bleibt; der Flugzeugührer erleidet einen Unterschenkelbruch und muss von der Sanitätskompagnie 267 in Behandlung genommen werden".

Flugzeugabsturz in Montigny-en-Gohelle am 12. Juli 1917

Die abgestürzte Maschine gehörte zur Fliegerabteilung (A) 235 der 6. Armee und ihre primäre Aufgabe war die Zielerkennung für die Artillerie und Leitung der Batterien beim Zielschießen.

Das hier abgebildete Foto zeigt eine auf dem Dach eines Hauses in Montigny en Gohelle liegende Maschine der Deutschen Flugzeugwerke *DFW C.V (LVG)* mit der Nummer 6 am Rumpf und der *Militärnummer C.5163/16* am Ruder.

Diese Maschine wurde am 12. Juli 1917 vom Flugzeugführer
Konrad Ruch aus Widdershausen geflogen, an Bord war noch der Artilleriebeobachter Leutnant Seifert.
Durch mehrere Zufälle und mit Hilfe des Internets konnte das Bild dem Absturz am 12.07.1917 im französisschen Montigny en Gohelle zugeordnet werden.

Die Artilleriefliegerabteilung AFA235 wurde am 14. März 1916 durch die FEA2 gemäß Verfügung KM (Preußischen Kriegsministerium) Nr. 207.16g A7L aufgestellt, und war mobil seit dem 11. Juli 1916. Am 1. Januar 1917 wurde sie gemäß KM Nr. 1145/16g A7L in FA (A) 235 umgewandelt.

Cockpit mit allen Instrumenten einer DFW C.V (LVG) 1917

Pilotenkanzel von Flieger Konrad Ruch aus Widdershausen in seiner DFW C.V (LVG) 1917

Beobachterkanzel einer DFW C.V (LVG)

Spektakuläres Flugbild einer DFW C.V (Aviatik) mit LMG-14 Parabellum Maschinengewehr

Buch: Fliegerabteilung (A) 235 im Weltkriege - Abteilungsgeschichte von Dr. Emil Mertens, Verlag Bernhard Sporn, Zeulenroda 1928

Fliegerabteilung 235 als Artilleriebeobachter 1916

Literatur:
Die
Flieger-Abteilung (A) 235 im Weltkriege, Nach den Kriegstagebüchern und Flugmeldungen der Abteilungen von Dr. Emil Mertens, Bernhard Sporn, Buchdruckerei und Verlagsanstalt Zeulenroda, 125 Seiten, 1928

Vielen Dank an Thorsten Pietsch, den Betreiber der folgenden Website:
http://www.frontflieger.de/2-faa235.html

Vielen Dank an Reinhard Zankl, einer der Betreiber der Website:
http://www.propellerblatt.de/Standard-Ausgaben/Band_I/2001/heft_02.htm


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