Chronik und Dorfbuch von Widdershausen/Werra

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Gelaloch

Sagen

Das Gelaloch

Auf der Hornungskuppe bei Widdershausen lebte einst in seiner Burg ein Ritter aus dem Geschlecht derer von Hornsberg. Wie alle Herren wollte er den Besitz an Land und Leuten vermehren. Der bereits erwachsene Sohn sollte eine Frau mit einer ansehnlichen Mitgift heiraten.

Aber der junge Herr hatte sich bereits anders entschieden. Sooft es die Zeit erlaubte, ging er hinab ins Dorf und klopfte beim Hegereiter an, wo er von dessen Tochter Angelika freundlich empfangen wurde. Die Nachbarn mißgönnten dem Hegereiter die Gunst des jungen Herren. Sie erzählten davon im ganzen Dorf, und bald gelangte die Nachricht hinauf auf die Burg.

Der Ritter stellte den Sohn zur Rede, aber seine Belehrung über edle Geburt und Standespflicht war vergeblich. Darüber wurde der Vater zornig. Er überlegte sich eine List, wie er das Mädchen vernichten könne. Woher kam es, daß der Sohn so starrköpfig gegen seinen Vorteil und geltenden Brauch handelte? Er behauptete: ,,Die Tochter des Hegereiters hat ihn durch einen Liebestrank an sich gebracht."

Als der Sohn gerade zu einem Turnier geritten war, wurde Angelika abgeholt und in den Kerker geworfen. Wie sehr sie auch ihre Unschuld beteuerte, niemand glaubte ihr. Ein Got­tesgericht sollte zeigen, ob sie die Wahrheit sagte. Man legte fest, sie bei Gerstungen in einen sumpfigen Teich zu stoßen. Wird sie vom Wasser getragen, ist sie eine Hexe und wird verbrannt. Geht sie unter, ist sie unschuldig. Der Ritter Hornsberg rieb sich zufrieden die Hände. Der Teich war sehr gefährlich. Schon manche vermeintliche Hexe war bei der Wasserprobe ertrunken.

Früher als erwartet kam der junge Hornsberg von dem Tur­nier zurück. Auf der Anhöhe über Herda bemerkte er bei dem berüchtigten Teich eine große Menschenansammlung. Eine böse Ahnung trieb ihn zur Eile an. Als er am Gerichtsort eintraf, waren zwei Häscher bereits mit dem Mädchen auf die Mitte des Teichs hinausgerudert und warteten auf das Zeichen des Richters. Die Befürchtung des jungen Ritters hatte sich bestätigt. Er rief die Richter und die versammelten Edelleute an, einzuhalten, gab sein Ehrenwort als Ritter für die Unschuld des Mädchens - aber umsonst. Der Richter winkte den Häschern zu, und sie handelten. In voller Rü­stung warf sich der junge Ritter ins Wasser. Er arbeitete sich bis zu dem Mädchen heran, dann aber verlor er den Grund. Beide fanden in Wasser und Schlamm ein grausiges Ende.

Quelle: Wenn der Hahn dreimal kräht..... Sagen aus dem Werratal.
Friedemann Stein, 1987 Werratalverein Herleshausen.


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