Chronik und Dorfbuch von Widdershausen/Werra

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Grenzkarte

Zonengrenze

Die Grenzkarte (Erlaubnis zum Übergang über die Grenze um in Hessen zu arbeiten!)

Am Ende des 2. Weltkriegs erreichten die amerikanischen Truppen bei ihrem Vormarsch nach Osten vor der deutschen Kapitulation am 8. Mai1945 die Elbe. Allerdings zogen sich die Amerikaner bis zum 1. Juli 1945 auf die vorher festgelegte Demarkationslinie zwischen den Verwaltungszonen der Siegermächte zurück. Die Rote Armee rückte im Juli 1945 bis zur festgelegten Linie vor, der heutigen hessisch-thüringischen Landesgrenze. Kontrolliert wurde der Verkehr über die Zonengrenze zunächst ausschließlich von russischen und amerikanischen Truppenangehörigen. Wegen der starken Abwanderung von der russischen in die westlichen Besatzungszonen ließ der Alliierte Kontrollrat auf Wunsch der russischen Militäradministration Deutschland am 30. Juni 1946 die Zonengrenze sperren. Für die Übertretung der Zonengrenze wurde jetzt der Besitz besonderer Dokumente notwendig. Diese Vorschriften betrafen auch den "kleinen Grenzverkehr" der Bevölkerung in den Orten nahe der Zonengrenze. Fast gleichzeitig begann der Aufbau deutscher Polizeikräfte zur Unterstützung der Alliierten, ab dem 23. Mai1946 auf der hessischen und im November 1946 auf der thüringischen Seite der Zonengrenze. Allerdings war der Grenzübertritt für die Bevölkerung noch recht einfach zu bewältigen. Entweder mit gültigen Dokumenten für den "kleinen Grenzverkehr" oder aber "schwarz" über die noch recht wenig bewachte "grüne Grenze", auf die damals Schilder und ganz selten erste Drahtzäune hinwiesen. So war es auch noch möglich in Thüringen zu wohnen und in Hessen zu arbeiten.

Die Grenzkarte von Konrad Reichwein aus Dippach. Das dreisprachig in englisch, russisch und deutsch gehaltene Dokument wurde am 5. März 1947 in Hersfeld ausgestellt und erhielt Stempel sowohl der amerikanischen, als auch der russischen Seite und war für drei Monate gültig.

Eines der offiziellen Dokumente aus dieser Zeit stellt die Grenzkarte von Konrad Reichwein aus Dippach dar. Das dreisprachig in englisch, russisch und deutsch gehaltene Dokument wurde am 5. März 1947 in Hersfeld ausgestellt und erhielt Stempel sowohl der amerikanischen, als auch der russischen Seite und war für drei Monate gültig. Interessant ist der angegebene Grund für die Erlaubnis zum Übergang über die Grenze. Konrad Reichwein wurde gestattet "Crossing the border to work in potash-plant at Heringen-Werra". Der 1896 geborene Konrad Reichwein aus Dippach hatte kurz nach dem ersten Weltkrieg eine Stelle am Kaliwerk Wintershall gefunden. Er war dort 1947, zuletzt als Ortsältester unter Tage, schon über 20 Jahre beschäftigt. Als es für Ihn nicht mehr möglich war in Hessen zu arbeiten, verbrachte Konrad Reichwein den Rest seines Arbeitslebens in den Kaligruben Springen und Alexandershall. Für das Museum ist die Grenzkarte Reichweins vor allem aus zwei Gründen ein wichtiges Ausstellungsstück. Sie ist ein Dokument aus der frühen Nachkriegszeit, sie zeigt, wie eng verflochten das Werra-Kalibergbau-Revier vor 1945 war und schließlich ist sie ein Beleg aus der Zeit, als die Zonengrenze Gestalt annahm und die Teilung Deutschlands sich andeutete.

Quelle: Kali-Museum Heringen/Werra

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