Gut Liebenz - Widdershausen aktuelles Projekt

Chronik Widdershausen
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Gut Liebenz

Chronik 2 > Landwirtschaft
Gut Liebenz ehemals Rittergut Liebenz

Das Gut Liebenz liegt nördlich von Bosserode in einem idyllischen kleinen Tal, in Nachbarschaft mit dem Almushof und dem Schildhof. So lieblich es dort, von Wald umgeben, auch ist, die Landwirtschaft muß, des schlechten Bodens und der Nähe des Waldes wegen, schon immer schwierig gewesen sein.

Das Gut Liebenz wird seit April 1965 von der Familie Konrad und Willi Rüppel, die damals aus Widdershausen ausgesiedelt sind (Hof an der Linde neben Familie Schad), erfolgreich bewirtschaftet.
Hof der Familie Konrad und Willi Rüppel in Widdershausen an der Linde, die Familie siedelte 1965 aus und übernahm das Hofgut Liebenz bei Bosserode. Im Erdgeschoß war später viele Jahre eine Filiale der Sparkasse in Widdershausen untergebracht.
Das idyllisch gelegene Gut Liebenz bei Bosserode auf einer Aufnahme von 1912
Seine urkundliche Ersterwähnung bildet ein Verkaufsvertrag von 1357, in dem Heinrich, Abt von Fulda, bekundet, daß er Liebenz, das dem Stifte gehörende "Dorf" verkauft an "Ritter, Herrn Gyste von Steinaw" sowie an dessen Ehefrau und Erben für 200 Pfund "guter Währung". Es wird gleichzeitig festgelegt, daß zu einem bestimmten Termin "sent Peters" das Dorf zurückerworben werden kann.
Im Staatsarchiv Marburg ist des weiteren ein "Lehensreverß" von 1438 vorhanden. In diesem Revers sind die Besitzungen der Familie von Trott aufgeführt, unter ihnen wird auch die "Wüstung zum Lubentz" genannt. Das Hofgut Liebenz muß also inzwischen ein Teil des Lehensbesitzes derer von Trott und wüst geworden sein.
Gut Libenz bei Bosserode beim Scheunenbrand am 17.08.2016
Erst aus dem Jahr 1743 gibt es wieder eine schriftliche Erwähnung, einen Brief eines Pfarrers Göbel aus Obersuhl, hier wird Liebenz als Trottischer Meierhof bezeichnet. Wie sooft wird da von Mißverständnissen betreffs der Begräbnisse berichtet. Als eine Frau von Trott 1732 starb, verlangte deren Familie ein unentgeltliches Begräbnis in Obersuhl. Der Pfarrer verweigerte dies, indem er sich auf eine Consistorial-Verordnung berief. Das Consistorium hatte dem Bericht nach daraufhin entschieden, daß die "adligen verstorbenen Sünder" in Süß oder auch in Obersuhl begraben werden durften, die "Jure Stolae" (Abgaben) aber an den Pfarrer und Schulmeister von Obersuhl zu entrichten seien. Frau von Trott ist dann zu Süß begraben worden. Die Accidentien, also die Gebühren, sind an den Pfarrer und Schulmeister von Obersuhl bezahlt worden. Im Jahre 1747 gehört der Hof immer noch derer von Trott.  
Gut Libenz auf der Schleensteinischen Karte aus dem Jahre 1704
Im Stadtarchiv von Hof liegt im Familienarchiv von Waldenfels, in Gumpertsreuth, ein Schreiben aus dem Jahre 1801 des Johann Carl Heerwart aus Eisenach vor, an Siegmund Ernst Albrecht von Waldenfels wegen Verhandlungen über einen Pachtvertrag für Gut Libenz mit Antwort-Konzept des Siegmund Ernst Albrecht.
Aus der Katasterbeschreibung des Jahres 1841 geht hervor, dass das Gut Libenz immer noch im Besitz der Adelsfamilie von Waldenfels war, die Familie hatte auch Lehensrechte über Teile von Raßdorf.
Im 19. Jahrhundert gehörte Liebenz zum Besitz des Barons von Biedenfeld auf Rittershain.
Baron Curt Ernst Wilhelm von Biedenfeld, of Rittergut Liebenz, Hessen-Cassel, Germany, formerly Lieutenant in the Rheinish Cuirassier Regiment (Count Gessler), and a member of the old Hessian nobility.
Ernst Wilhelm von Biedenfeld heiratet am 27.03.1892 Ida May Cummings in Chicago.
Das Stammhaus der von Biedenfeld war das Schloß Rittershain bei Rockensüß. Schloss Rittershain wurde 1843 durch Baron Hermann von Biedenfeld (1812-1891), Oberst und Flügeladjutant des letzten Kurfürsten von Hessen, erbaut. Auch das Gut Liebenz wurde durch ihn erworben.
Sein Sohn, Kurt Ernst Wilhelm von Biedenfeld geb. am 29.08.1865, war, wie es in der Familie Tradition war, Offizier, und zwar im 8. Rheinischen Kürassierregiment bei Köln-Deutz am Rhein.
Das Kasinoleben, Spielschulden und Frauengeschichten konnten durch die Einnahmen seiner Familie nicht mehr gedeckt werden. Um seine Ehre zu retten, musste er Abschied nehmen, seine Eltern mussten das Gut Rittershain verkaufen und zogen sich auf das wenig ertragreiche "Rittergut Liebenz" zurück. Der Baron wanderte nach Amerika aus.
Denkmal des Kürassier Regiments Nr. 8 in Köln-Deutz, hier diente Curt von Biedenfeld als Kürassier Leutnant
Curt Freiherr von Biedenfeld, Rittergut Liebenz, Amerikanisches Tagebuch, Leipzig, 1912
Das Stammhaus der von Biedenfeld war das Schloß Rittershain bei Rockensüß. Schloss Rittershain wurde 1843 durch Baron Hermann von Biedenfeld (1812-1891), Oberst und Flügeladjutant des letzten Kurfürsten von Hessen, erbaut. Auch das Gut Liebenz wurde durch ihn erworben.
Sein Sohn, Kurt Ernst Wilhelm von Biedenfeld geb. am 29.08.1865, war, wie es in der Familie Tradition war, Offizier, und zwar im 8. Rheinischen Kürassierregiment bei Köln-Deutz am Rhein.
Das Kasinoleben, Spielschulden und Frauengeschichten konnten durch die Einnahmen seiner Familie nicht mehr gedeckt werden. Um seine Ehre zu retten, musste er Abschied nehmen, seine Eltern mussten das Gut Rittershain verkaufen und zogen sich auf das wenig ertragreiche "Rittergut Liebenz" zurück. Der Baron wanderte nach Amerika aus, am 26. Januar 1888 landete er mit 16 Pfennigen in der Tasche im New Yorker Hafen. Er versucht sich in verschiedenen Berufen und Tätigkeiten, schließlich als fliegenden Händler und bietet vor den Türen Strumpfbänder und Hosenträger, Schnürsenkel und sonstige Kurzwaren in englischer und deutscher Sprache zum Verkauf an.
Im August 1988 gelangte er als Blinder Passagier auf dem Cow-Catcher einer Lokomotive nach Chicago. Dort wurde er letztendlich Reitlehrer, hier war er als ehemaliger Offizier in seinem Element. Bald lernte er eine reiche Deutsch-Amerikanerin kennen, verheiratete sich mit ihr und so wurde aus einem armen Schlucker ein reicher Krösus. Die Ehe ermöglichte es ihm, seine Schulden in Deutschland zu begleichen.
Am 03.09.1893 wird ein Sohn Curt Adelbert Ernst Baron von Biedenfeld in Chicago geboren.
Curt Freiherr von Biedenfeld erschießt am 22.11.1898 einen Konstabler namens McDonald in einer Bar in Chicago, The New York Times, 23. November 1898
Curt Freiherr von Biedenfeld erschießt am 22.11.1898 einen Konstabler namens McDonald in einer Bar in Chicago. Die amerikanische Gattin des Angeklagten steht ihm während des Prozesses treu zur Seite. Er wird von einem Geschworenengericht in Chicago vom Mordvorwurf am 15. März 1899 freigesprochen.
Biedenfeld wird des Landes verwiesen und kehrt an Bord des Dampfers Kaiser Friedrich im März 1899 nach Deutschland zurück.
Er erwarb Schloss und Gutshof zurück und frönte erneut dem Lebensstil, der ihn schonmal ins Verderben stieß.
Im Jahre 1910 verstarb der "tolle Baron", wie er noch heute in der Region bekannt ist.
Baroness von Biedenfeld, geb. Ida May Cummings stirbt am 06.09.1911 an Krankheit in Charlottenburg in Berlin.

Anfang des 20. Jahrhunderts kaufte ein Herr Tasch den Hof Liebenz. Als er alt wurde, verpachtete er den Hof nacheinander an einen Pächter Riedmüller, danach an die Pächter Philipp und Rimpau.

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