Hühnerhaltung - Widdershausen aktuelles Projekt

Chronik Widdershausen
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Hühnerhaltung

Chronik 2 > Landwirtschaft
Hühnerhaltung

 Wer frische Eier will, muss auch die Hühner halten, die für diese Köstlichkeit sorgen. Halten war eine Sache, Nachwuchs zu züchten eine andere. Die Glucken brüteten damas noch selbst, aber die Bäuerin half etwas mit.
Zum Brüten wurde die runderen Eier aussortiert, weil man annahm, dass aus ihnen vorwiegend Hühner schlüpfen werden.
Viele Hühner waren wichtiger als Hähne, denn die legten ja keine Eier und brüteten auch nicht. An einem ruhigen Platz in der Scheune wurde ein schönes Nest gebaut und die Glucke  auf 12 Eier gesetzt, die die drei Wochen lang brütete.
Wenn das Huhn groß und kräftig war, wurden auch mal mehr Eier untergelegt. Waren die Küken geschlüpft, kam die Glucke mit Nachwuchs für die ersten Tage in den Hinkelkasten. Danach hatten Sie dann freien Auslauf.
Werner Koch aus der Brückengasse in Widdershausen beim Hühnerfüttern 1954, die Hühner liefen frei auf dem Hof und konnten über eine Hühnerleiter vom Misthaufen auch das Hühnerhaus erreichen.
Für die Fütterung der Küken kamen sie zurück in den Hinkelkasten, zu dem die Glucke und auch die anderen Hühner keinen Zugang hatten.
Für den Anfang wurde in einer Kaffeemühle Weizen zu feinem Gries gemahlen, später wurden noch gekochte Eier und Weizenkleie vermischt und die Küken damit gefüttert. Auch die kleinen Gänse wurden so gefüttert.
Legte später eines der jungen Hühner ein besonders kleines Ei, war es das Unglücks-Ei. Das wollte niemand essen. Wir Kinder durften dann das Ei über das Wirtschaftsgebäude (Scheune) werfen, damit es niemandem Unglück bringen konnte.
Eier: Warum Eier das Symbol des Lebens sind. Nur wenn ein Huhn täglich 14 Stunden lang das Sonnenlicht sieht, verspürt es den Anzeitz zum Eierlegen. Als es noch keine Elektrizität gab, mussten die Menschen im Winter auf frische Eier verzichten.
Ein altes, ziegelgedecktes Hühnerhaus mit einer überdimensionierten Hühnerleiter, im Hühnerhof findet sich kein Grashalm mehr
Ab September wurden die Eier haltbar gemacht und eingelegt (direkt ins Korn, in gelöschtem Kalk oder in ein Wasserglas).
Eier waren ein Tauschobjekt; Im Laden wurden dafür Gewürze zum Schlachten, Gewürze zur Weihnachtsbäckerei, Heringe im Winter und Petroleum gekauft.
Nur wenige verwendete man im eigenen Haushalt. War noch etwas vom Eiergeld übrig, leistete man sich 1/4 Pfund Bohnenkaffee. Sonst gab es Gerste - geröstet der gute Malzkaffee, Roggen geröstet - der Kornkaffee.
Gefärbt wurde der geröstete Kaffee mit gerösteten Rübenschnitzeln, die man selbst herstellte, um Farbe und Geschmack zu bekommen. Oder man kaufte in der Apotheke - Zichorie, das war die kultivierte Wurzel der Wegwarte.
Im Frühjahr war die Freude groß, wenn das erste Ei im Stall lag.
Der gute, alte Misthaufen mit den unvermeidlichen "Mistkratzern", den Hühnern, die auf dem Hof frei rumlaufen durften.
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