Milchzentrifuge - Widdershausen aktuelles Projekt

Chronik Widdershausen
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Milchzentrifuge

Chronik 2 > Landwirtschaft
Milchzentrifuge

 Wilhelm Lefeldt (1836-1913) erfand und baute 1876 in Schöningen die Milchschleuder. Diese Maschine trennte automatisch den Rahm von der Magermilch und hat damit die Milchverarbeitung revolutioniert. Es war die erste praktisch brauchbare Zentrifuge überhaupt und führte zu einer wesentlichen Verkürzung der Fertigungszeiten für Butter, einer Erhöhung der Butterausbeute und ermöglichte damit die industrielle Herstellung. Davor brauchte man zur Herstellung etwa zehn Tage vom Melken bis zur fertigen Butter und es war sehr mühsam und ineffektiv, außerdem konnten Milch und der Rahm während der langen Standzeiten leicht schlecht werden. Die Milchzentrifuge der Schöninger Molkereimaschinenfabrik Lefeldt und Lentsch fand sowohl in der Forschung (z. B. als Laborzentrifuge) als auch in der Industrie (z. B. zur Rübenzuckerherstellung) Verwendung.
Michzentrifuge von Elisabeth Koch (1920-1914) aus der Brückengasse in Widdershausen, die Zentrifuge ist auf einer Küchenmaschine der Firma Starmix aufgesetzt. Links die Magermilch rechts das "Sahnetöpfchen". In dieser Kombination war die Zentrifuge über 40 Jahre im Einsatz.
Auf einer solchen Küchenmaschine der Firma Electrostar aus Reichenbach/Fils vom Typ StarMix wurde die Milchzentrifuge aufgesetzt. Diese Küchenmaschine wurde bereits ab 1947 hergestellt. Hier mit einem gläsernen Mixeraufsatz als Zubehör.
Die Weiterverarbeitung der Milch zu den Milchprodukten: Sahne, Butter und Käse erfordert, daß die Milch entrahmt oder aufgerahmt wird. Man muß dazu wissen, daß das Fett in der Milch kleine und kleinste Kügelchen bildet, die leichter als die übrige, wässrige Milchmasse sind. Bei stehender Milchmasse streben sie nach der Oberfläche und bilden dort den Rahm. Vollmilch macht also dabei einen inneren Verlagerungsprozeß durch, in dem die aufsteigenden Fettpartikelchen den unteren Flüssigkeitsteil entrahmen, entfetten und die obere Schicht fetthaltiger machen, also aufrahmen.
Aufgerahmt wurde früher in verschiedener Weise unter dem Namen Sattenverfahren. Entweder wurde, wie im Holsteinischen Aufrahmverfahren, die Milch in flache Schalen oder Satten aus Holz oder anderem Stoff, in vier bis sechs an hoher Schicht bei Temperatur von 10 - 15°C aufgestellt und nach Aufrahmung, die etwa 24 - 36 Stunden dauerte, durch besondere Kellen oder Schöpfkellen abgerahmt; oder man benutzte tiefe Gefäße und erhielt in kürzere Zeit eine stärkere Rahmschicht.
Milchzentrifuge mit aufgesetzter Vollmilchschüssel, der Sahneschüssel und der Magermilchschüssel.
Michzentrifuge mit Handkurbel und alternativ Antrieb über Elektromotor
Diese Verfahren verlangten viel Zeit. Wegen des Reibungswiderstandes in der Flüssigkeit kamen nur Fettpartikelchen bestimmter Größe nach oben, die durch ihren Antrieb den Widerstand überwinden konnten. Die unteren Flüssigkeitsschichten behielten noch immer einen gewissen Fettgehalt, und schließlich ließ sich die aufgerahmte Schicht nur höchst unvollkommen trennen. Die Nachteile des Sattenverfahrens führten dazu, die Milchschleuder zu entwickeln. Der Grundgedanke der Milchschleuder ist, durch die Zentrifugalkraft die Geschwindigkeit der Fettpartikel zu erhöhen und durch dadurch die Ent- oder Aufrahmung bedeutend zu beschleunigen; aber auch die kleineren Fettpartikel zu bewegen, den Reibungswiderstandmit der Flüssigkeit zu überwinden, sodaß durch Schleudern gründlicher entrahmt wird.
Grbrauchsanweisung einer historischen Michzentrifuge der Firma Miele mit Handkurbel
Historische Anzeige der Firma Miele für eine Michzentrifuge als Kleinmolkerei
Einzelteile einer modernen Michzentrifuge
So baute der deutsche Ingenieur Lefeldt 1874 die erste Eimer-Zentrifuge, die er in den nächsten Jahren schon durch eine Trommelzentrifuge verbesserte. Diese Zentrifugen arbeiteten nicht ununterbrochen. Je nach Fassungsvermögen wurden sie gefüllt, der Rahm wurde gewonnen und die Maschine mußte geleert und nach der Entrahmung wieder gefüllt werden.
Dieser durch eine bedeutend bessere und schnellere Entrahmung erzielte Fortschritt wurde 1879 durch die von dem schwedischen Ingenieur de Laval entwickelte Zentrifuge für ununterbrochenen Betrieb erweitert. Erst durch die von dem deutschen Ingenieur Freiherr von Bechtolsheim erfundendenen Tellereinsätze wurde das Grundprinzip der Zentrifuge vervollständigt.
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