Werramühle Widdershausen - Widdershausen aktuelles Projekt

Chronik Widdershausen
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Werramühle Widdershausen

Chronik 2 > Mühlen
Die Werramühle in Widdershausen

Die Widdershäuser Werramühle ist bereits auf der grossen Mercatorkarte (StAM, PII 16358/8) Niederhessen von 1592 aufgeführt.
Die Widdershäuser Mühle gehörte 1697 Johannes Zinn dessen Sohn Konrad war Müller in Phillipsthal an der Werra.
1722-1724 wird Andreas Winkelstein als Müller genannt.
Andreas Winkelstein bekommt 1719 (Laufzeit: 1684, 1698, 1716-1719) die Genehmigung zur Anlegung eines Walkganges in der Erbmühle zu Widdershausen (HStAM Bestand 40 c Nr. 226).
Andreas Winkelstein beantragte 1722 die Anbringung eines Schlagganges bei seiner Mühle zu Widdershausen (HStAM Bestand 40 a Rubr. 15 Nr. 494).
Im Mühlkanal sind eingezeichnet das Ölmühlengerinne, das Radgerinne oder Mahlgerinne, der Aalfang, das Floßgerinne oder die Floßschleuse. Durch diese Schleuse von 4,20 m Breite mussten die Holzflößer ihre Flöße manövrieren.
Die Mühle hatte einen Mahl- und einen Schlaggang, die unterschlächtig angetrieben wurden, d.h. das Wasser floß von uben auf das Mühlrad. Der Schlaggang war nur im Sommer in Betrieb, wenn der Sommersamen geerntet wurde. Die beiden Gänge konnten auch nicht gleichzeitig betrieben werden. Von beiden Gängen waren Zinsen an die Renterei in Friedewald zu entrichten. Bei Todesfällen des Landesfürsten oder des Müllers war die Mühle zu renovieren und Sonderabgaben für beide Gänge zu entrichten.
Der Müller musste die Frucht im Dorf holen und auch wieder zurückbringen. Wenn die Einwohner auswärts mahlen lassen wollten, mussten sie jedoch die Frucht zu der auswärtigen Mühle bringen und dort auch wieder abholen, denn einem fremden Müller war es nicht gestattet, die Mahlfrucht aus dem Dorf zu holen.
Die alte Werramühle in Widdershausen in 1900 vor dem Abriß und Umbau zur Zentrale 1904 durch das Kaliwerk Wintershall. Im alten Mühlkanal gut zu erkennen, das Ölmühlengerinne, das Radgerinne, den Aalfang, das Floßgerinne und das alte Stauwehr mit einer Fischleiter.
Im Vordergrund die Familie des letzten Besitzers der Werramühle in Widdershausen Konrad George Schimmelpfennig um 1910 vor dem Maschinengebäude der Zentrale, welches 1904 durch das Kaliwerk Wintershall erbaut wurde. Rechts im Hintergrund die Scheune der eigenen Landwirtschaft des Müllers.
1770 Johannes Adam Zinn, dessen Enkelin Anna Gertrude Zinn heiratet einen Enkel des Aumüllers Hermann Schimmelpfennig in Heringen
und vererbt die Mühle an ihren Sohn Johannes Konrad Schimmelpfennig (1791-1865).
Gesuch der Werra-Müller zu Lengers, (Laufzeit1819-1848) Heringen und Widdershausen um Entrichtung einer höheren Geldabgabe von den aus Sachsen-Meinigen kommenden Holzflößern
(HStAM Bestand 17 e Nr. Lengers 1)
Schlechte Beschaffenheit der Wehre zu Philippsthal, Lengers, Heringen und Widdershausen 1846-1902  (HStAM Bestand 180 Hersfeld Nr. 4991)
Dessen Sohn, der Müller Johannes Georg Schimmelpfennig (1823-1878) starb bereits mit 55 Jahren.
Konrad Georg Schimmelpfennig (1867-1934) verkaufte die Mühle im Jahre 1904 an das Kaliwerk Wintershall.
Das alte Mühlengelände mit der Werrainsel in Widdershausen aus heutiger Sicht.
Querschnitt durch eine alte Getreidemühle
mit Wasserrad, stehendem Zeug und Schrotgang
Das alte Mühlrad der Werramühle in Widdershausen war ein unterschlächtiges Wasserrad.
Das über ein Gerinne (1) von oben angetriebene (oberschlächtige) Wasserrad (2) dreht den waagerechten Wellbaum (3) und das große hölzerne Kammrad (4).
Das Kammrad treibt das auf der kurzen stehenden Welle (5) sitzende eiserne Kegelrad (6) und das darüber befindliche große Stirnrad (7), das aus einem eisernen Kranz mit hölzernen Armen und Zähnen besteht. Vom Stirnrad wird die Drehbewegung mittels eines kleinen eisernen Stirnrades (8) auf die Mahlgangswelle, das sogenannte Mühleisen (9), und den Läuferstein (10).
Ein solches Zahnradgetriebe heißt "stehendes Zeug". Das Korn wird in den auf der Rumpfleiter (11) sitzenden Rumpf oder Trichter (12) geschüttet. Über den Rüttelschuh (13) gelangt es zwischen die von der Bütte oder Zarge (14) umschlossenen Steine, den Läuferstein und den ruhenden Bodenstein (15), wo es zermahlen wird.
Der Schrot fließt durch das Absackrohr (16) in den Gewebesack (17). Soll Feinmehl hergestellt werden, muss der Schrot noch gesiebt werden.
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