Chronik und Dorfbuch von Widdershausen/Werra

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Wüstungen

Mittelalter

Widdershausen und das Gericht Heringen

In der Urkunde von 1315 (Quellensammlung zur Boyneburgischen Familiengeschichte, Q.v.B. 8 Nr.37) wird die Familie von Hornsberg mit Besitzungen in Widdershausen genannt (hierzu gehörte die Wüstung im Hornskupper Loch/Zinkesgraben). Die von Hornsberg waren fuldische Lehensleute und Burgmannen auf der fuldischen Burg Hornsberg bei Widdershausen

Widdershausen kam 1432 beim Kauf des Gerichts Heringen an Hessen (GR = General­repertorium der Urkunden von Heringen).

Als der Hessische Landgraf Ludwig von Hessen 1406 das ebenfalls fuldische Gericht Wildeck erwarb, das Mainzer Erzbistum seinen Jahrhunderte dauernden Kampf um die Vorherrschaft in Nordhessen und Thüringen gegen den Hessischen Landgrafen 1427 verlor und der Landgraf 1429/1430 auch den Besitzstreit um Burg Friedewald zu seinen Gunsten entschied, verkauften Margarete, die Witwe Kurts von Heringen, und ihr Sohn Heinrich von Heringen das verschuldete Heringer Gericht am 8. Oktober 1432 für 2100 Gulden an den Landgrafen Ludwig den Friedfertigen von Hessen. Von einem Schloß Heringen ist nichts erhalten. Ende 17. Jahrhundert erwirbt Landgraf Philipp von Hessen-Philippsthal das „damals adlige“ Dechantsgut, heute „Decherts Garten“. Innerhalb dieses müßte das Schloß gestanden haben.

Widdershausen war noch ein Jahr vor dem Verkauf an Hessen (1431) fuldisches Lehen derer von Kolmatsch (UA=Urkundenarchiv derer von Kolmatsch und WSA=Staatsarchiv Weimar, Reg.B347, Urkunde 2, Seite 152). Die von Kolmatsch hatten auch noch Lehensrechte über die Dörfer Richelsdorf (1431-1562) und Obersuhl. Die von Kolmatsch waren mit Hermann von Kolmatsch in den Sternerkrieg 1385 verwickelt und starben 1562 aus.

Zum Gericht Heringen gehörten damals die Orte Heringen, Widdershausen und Lengers, der Hof zu Harnrode und die Wüstungen Wulfershusen, Fronhof, Eitzenrode, Mutelsdorf, Gytzenrode, Thennichendorf, Leimbach, Igelsdorf, Buren, Gastenrade, Apterade, Winczenrade, Geyserstadt, Stigkens, Mespens, Hamme, Benegarte (hieraus soll der Hof Füllerode hervorgegangen sein), Witerade und drei Vorwerke zu Dieppach. Das Gericht Heringen war Lehen vom Abt von Fulda und wurde als besonderes Gericht mit dem Amt Friedewald vereinigt.

Das Igelsdorf ist eine Wüstung im Gericht Heringen gegenüber Widdershausen. Egelsdorf wüst 1432 (GR=Generalrepertorium der Urkunden, Heringen), Igelstorff 1438 (UA=Urkundenarchiv, Kreuzberg), zu Ygelsdorff im Pfaffenthal (Taleinschnitt neben dem Igelsdorfer Wäldchen) 1553 (Friedewalder Salbuch).

1553 bebaute Heinz Rudolph aus Leimbach das Hintersiedel von Igelsdorf, während die Igelsdorfer Hufe auf verschiedene Widdershäuser Bewohner aufgeteilt war (StAM Friedewalder Salbuch von 1553). Die Widdershäuser Landwirte haben das Pachtgeld für ihre Felder im Pfaffental noch bis in die heutige Zeit an die Heringer Kirchengemeinde abgeführt. In der Schleensteinschen Karte von 1705 ist ein Igelsborn eingezeichnet.

Die Igelsdorfer Mühle war 1496 durch Philipp Widdersheim besetzt, der in jenem Jahr durch Wilhelm von Feuerbach ermordet wurde (StAM, K15, Nr.34/1818).

Das Amt Friedewald und das Untergericht Heringen mit den bekannten Wüstungen

Buren oder Born ist eine alte Wüstung zwischen Unter- und Oberaue bei Widdershausen im Bereich der heutigen Baggerseen der Kiesbaggerei Schimmelpfennig. Die BornschenGüter (Friedewalder Grenzbeschreibung von 1537) wurden von Dankmarshausen und Dippach bewirtschaftet.

Eitzenrode ist eine Wüstung nordw. von Bengendorf. Mercators Karte von 1592 zeigt die Wüstung Etzerode auf der östl. Seite der Tauben Herfa nördlich von der Einmündung des Kirchengrunds. 1261 veräußerten es die Herren von Völkershausen. 1378 wechselte der Besitz zusammen mit Obereitzenrode (1 km bachaufwärts) von dem Geschlecht von Heringen an den Landgrafen. 1432 war das Dorf wüst. Die Ländereien wurden offen­bar von Widdershausen aus bestellt, denn den Familiennamen Eitzeroth gab es schon 1553 in Widdershausen. Tiefe Hohlwege finden wir noch heute zwischen beiden Orten. Die Heringer und Widdershäuser hatten 1731 das Huterecht im Eitzeröder Grund (StAM, Ortsrep.17e Friedewald, Nr.129).

Die Wüstungen bei Widdershausen

Die wichtigste Ursache des Wüstungsprozesses (in Hessen zwischen 1330 und 1350) bildete der Rückgang der Bevölkerungszahlen, der durch Hungersnöte, Fehden und vor allem durch die 1347/1351 erstmals auftretenden Pestepidemien verursacht wurde.

Eine große Zahl der Wüstungen liegen meist in Rodungsgassen, die entlang den Hauptbächen in den Wald vorgetrieben wurden; ihre Wirtschaftsflächen erstrecken sich schon überwiegend auf Buntsandstein. Diese ungünstige Lage erkärt auch, warum daß ein Drittel dieser Siedlungen wüst geworden ist. In den meisten Fällen handelt es sich um „totale Wüstungen“, bei denen der Wohnplatz und die Feldflur aufgegeben wurden; in einigen Fällen bleibt ein einzelner, meist ein adliger Hof (z.B. Schildhof an der Stelle von Schildbach, Almushof an der von Almersdorf) oder eine Mühle bestehen (partielle Wüstung), oder es wurde nur der Wohnplatz verlassen, während die Flur von anderen Orten aus bewirtschaftet wurde (Ortswüstungen wie Igelsdorf und Buren).

In der nebenstehenden Kopie des Friedewalder Salbuches von 1579 sind 17 Wüstungen aus dem Säulingswald aufgeführt:

Riffelroda, Wundorf, Waldtersberg, Mutelsdorf, Fronhof, Eitzenrode, Schloß Hornsberg, Ichenhausen, Biessendorf, Dreienberg, Grumbach, Eulenrode, Nauses, Burbach, Mittelweng, Einsiedel und Hoheneichen.

Darüber hinaus läßt sich die Zahl wüs gefallener Orte im Gebiet des Seulingswalds auf insgesamt 40-50 erweitern.

Außer in Urkunden oder in alten Karten finden wir im Gelände mancherlei Hinweise auf solche aufgegebenen Dörfer: Fundamente, Mauerreste, Wölbäcker, Hüttenlehm, Scherben, Ackerterassen, best. Pflanzenarten und alte Flurnamen.

Als Wüstungen sind im Werratal zu nennen: Wulfershusen, Fronhof, Eitzenrode, Obereitzenrode, Retterode (Rittersrod), Mutelsdorf, Gytzenrode, Thennichendorf, Leimbach, Marbach, Zingesgraben (Hornskupper Loch), Spillrode, Kirchgraben (Syngraben), Igelsdorf, Buren, Gastenrade, Apterade, Winczenrade, Geyserstadt, Stigkens, Mespens, Hamme, Benegarte (hieraus soll der Hof Füllerode hervorgegangen sein), Witerade und drei Vorwerke zu Dieppach.

Almushof, Amtsgericht Nentershausen. Alhelmsdorf 1364 (Fuldaer Kopiar 10,88), Albersdorf, Almersdorf und Alwerstorf 1538 (Rotenburger Salbuch), Almeßdorf 1585 (OSt),

Almusdorf 1627 (Rotenburger Amtsbeschr.), Ahlershof oder Almersdorf 1778 (Engelhard 241). Almushof gehörte zum Hause Wildeck (GR Wildeck 1407) und wurde 1364 von Fulda an die Brüder von Trott versetzt. Später landgräflicher Hof. Es gehörte zum Gerichtsstuhl Obersuhl des Amtes Rotenburg. Vor der Reformation zum Archidiakonat Dorla (Bach, Kurze Geschichte 26), jetzt zur Pfarrei Obersuhl gehörig (Hochhuth 359).

  • 1 Haushalt 1585, Ökonomischer Staat d.Landgrafen Wilhelm IV. von Hessen
  • 2 Haushalte 1627, Rotenburger Salbuch
  • 17 Einwohner 1895.


Apsborn, eine Wüstung bei Obersuhl. Apsborn gehörte im 15. Jhdt. Zum Gerstengau, 1525 zum sächsischen Amt Gerstungen (Weimat, Gesamtarchiv, Bd. 45/46). Aus Asborn steuerten 1531 fünf Personen. 1546 gehörte es zu Obersuhl. Absbornische Hufen zu Rheden bei Obersuhl 1543 (Weimar StA 415).

Benegarte, eine Wüstung des Gerichts Heringen, als solche genannt bei dem Verkaufe des Gerichts an Hessen 1432 (GR=Generalrepertorium der Urkunden, Heringen). Aus Benegarten könnte das Bauerngut Fülleroda (siehe Füllerode) hervorgegangen sein (Görich, Geschichtlicher Atlas von Hessen).

Bengendorf Amtsgericht Friedewald. Benchendorf 1405 (GR=Generalrepertorium der Urkunden, Mutersdorf), Hof Benigedorff 1553 (Friedewalder Salbuch), Hof Bengendorf 1647 wüst (Rentkammerprotokoll über die Hersfelder Reise). 1747 zuerst mehrere Höfe, jetzt Dorf.

3 Haushalte 1585, Ökonomischer Staat d.Landgrafen Wilhelm IV. von Hessen
8 Haushalte 1747, Stadt-u.Dorfbuch des Fürstentums Hessen, Stadtarchiv Melsungen
93 Einwohner im Jahre 1895
Born, bei Widdershausen im Gerichte Heringen, eine Wüstung, die 1553 (Friedewalder Salbuch) mit Igelsdorf zusammen von Einwohnern von Dippach bestellt wurde. Auch Buren genannt 1432 (GR=Generalrepertorium der Urkunden, Heringen), Born 1438 (GR Born). Es kam 1432 mit dem Gericht Heringen an Hessen. Lehen daselbst besaßen die Herren von Boyneburg.

Bosserode, Amtsgericht Nentershausen. Busenrode1396, Bussenrode 1747. Das Dorf war 1396 wie 1433 fuldisches Lehen der von Boyneburg (Fuld. Kopiar 9, 134), gehörte im 18. Jhdt. zum sachsen-eisenach. Amte Gerstungen und wurde 1733 an Hessen abgetreten Verträge). Kirchlich war es in der 2. Hälfte des 16. Jhdts. mit Obersuhl verbunden, 1604 Filial von Dankmarshausen, 1712 gehörte Possenrode zur Inspektion Gerstungen (Weimar, Pfarrbeschr. des Fürstentums Eisenach), 1733 wie jetzt (1925) Filial von Dankmarshausen (Hochhuth 371).

45 Haushalte 1747, Stadt-u.Dorfbuch des Fürstentums Hessen, Stadtarchiv Melsungen
474 Einwohner 1895.
Boyneburg, Burgruine zwischen den Tälern der Ulfe und Neter zunächst über den Höfen Datterpfeife und Harmutshausen. Bemelburg 1107 (Annal. Saxo), Bumeneburc 1123 (Gudenus 1,59), Boimeneburch 1137 (Dronke, C.d.792), Buomineburch 1156 (Dronke, Tradit. 155), Bobeneborc 1217 (UA Hersfeld), Boummeneburc 1255 (Huyskens 886), Boimniberg 1261 (UA Hersfeld-Johannisberg), Bonneburg 1262 (Huyskens 882), Bomeneburg 1292 (Grotefend LR317), Boymeborg und Bomilborg 1370 (Roques 238), Boyneborg 1392 (das.285), Boemelburg, Abriß von 1595 (Adelsrepos.v.Ratzenberg). Die Burg erscheint zuerst im Besitz des 1108 gestorbenen Grafen Siegfried v.Nordheim, sein Sohn nannte sich darnach. Beim Tode desselben fiel sie 1144 an das Reich zurück, wurde vom Abt Marquard von Fulda um 1160 ausgebaut, im 12. Jhdt. häufig Aufenthalt der Könige (ZHG 40, 149). Dieses Reichsschloß überließ 1292 König Adolf dem Landgrafen Heinrich als Reichslehen. Die nach der Burg sich nennenden Burgmannengeschlechter (zuerst 1138) behaupteten sich im Besitz der Burg, die sie seit 1460 von Hessen zu Erblehen trugen. Ein Abriß von 1595 zeigt die Burg noch gut erhalten, 1637 aber verbrannten sie die Kroaten. Die Burgkapelle ward 1188 gestiftet. Sie gehörte zur Pfarrei Datterode. Ein Pleban von Boyneburg wird 1253 – 1322 genannt (Huyskens im Register). Adlige seit 1138. Schmincke, Schloß Boyneburg in ZHG 18, 297-348.

Buren, eine Wüstung zwischen Unter- und Oberaue bei Widdershausen (siehe Born).

Dickes, zum Dickersist Flurname in Heringer Gemarkung östlich Heringen (Friedewalder Salbuch 1553), auch auf Mercators Karte von 1592 verzeichnet.

Dreienburg, Burg auf dem Dreienberg über Friedewald. Dreygenburg 1579 (Friedewalder Salbuch). Landgraf Hermann sagt in seiner Beschreibung des Niederfürstentums Hessen von 1641 (H 1), daß noch Rudera des Schlosses Dreyenburg zu finden seien. Auf Mercators Karte ist die Ruine südlich Lautenhausen auf dem östlichen Abhange des Dreienberges eingetragen. Hertwig von Drigenberck 1257. Landau W. 337.

Eichburg, oder Wintersburg (evtl. auf der Eichkuppe zwischen Heringen und Lengers) wüstimAmt Friedewald. Ein Kopf, genannt die Wynterssburgk, allda vor Zeiten ein Schloß soll gewesen sein (Friedewalder Salbuch 1519 f.28 v. unter Heringer Holz), villa Wintersberg 1261 (UA=Urkundenarchiv, Kreuzberg).

Eichhof, Domäne AG Hersfeld; zu den Eychen 1337 (Hessengau 147). Burg und Sommersitz der Äbte von Hersfeld. Burg Eichhof 1361 (UA Johannesberg bei Hersfeld). Eingepfarrt zum Vikariat Asbach.

Eitzenrode, Wüstung im Amte Friedewald nordw. von Bengendorf, südl. Kleinensee: villa Eicenrode 1261 (UA Kreuzberg). Den Kirchenschedel zu Eytzenrode (und Etzenrode) führt das Friedewalder Salbuch von 1579 an. Mercators Karte von 1592 zeigt die Wüstung Etzerode auf der östl. Seite der Tauben Herfa nördlich von der Einmündung des Kirchengrunds. 1553 ist Etzenrode Flurbezeichnung für Wiesen, die zum Hofe Bengendorf gehören (Friedewalder Salbuch). Landau W. 336. Als die Herren von Heringen 1378 das Dorf an Hessen verkauften, gehörte dazu die Wüstung Obereizenrode (GR).

1261 veräußerten es die Herren von Völkershausen. 1378 wechselte der Besitz zusammen mit Obereitzenrode (1 km bachaufwärts) von dem Geschlecht von Heringen an den Landgrafen. 1432 war das Dorf wüst. Die Ländereien wurden offen­bar von Widdershausen aus bestellt, denn den Familiennamen Eitzeroth gab es schon 1553 in Widdershausen. Tiefe Hohlwege finden wir noch heute zwischen beiden Orten. Die He­ringer und Widdershäuser hatten 1731 das Huterecht im Eitzeröder Grund (StAM, Ortsrep.17e Friedewald, Nr.129). Die Standorte der Eitzeröder Kirche und von Obereitzenrode wurden vom Archäologen Dr. Sippel lokalisiert.

Friedewald, FleckenAmtsgerichtsort. Burg Friedewald 1312 (UA=Urkundenarchiv Petersberg), Vridewalt 1317 (GR Friedewald). Zuerst wird 1312 die Burg genannt, die landgräfliches Lehen von Hersfeld war, mehrfach verpfändet, aber 1361 wieder in hessischen Besitz. 1476 erwarb Landgraf Heinrich auch den Anteil, welchen die von Milnrod und von Altenburg lange inne gehabt hatten und ließ die Burg neu erbauen, die 1762 im Siebenjährigem Krieg von 8000 französischen Belagerern zerstört wurde (Landau, Ritterburgen 1,279). Das Dorf wird zuerst 1430 erwähnt (GR Friedewald). Friedewald lag in der würzburg. Diözese und gehörte zum Dekanat Gheisa um 1453 (Würdtwein, Subs. 5, 381). Die protestantische Pfarrei, Kl. Rotenburg, sollte nach der Neuordnung von 1541 umfassen: Friedewald, Herfa, Lautenhausen, Motzfeld, Malkomes und Hof Weißenborn. Das Patronat war 1555 Hersfeld, aber schon 1585 landgräflich.

51 Haushalte 1585, Ökonomischer Staat d.Landgrafen Wilhelm IV. von Hessen
96 Haushalte 1747, Stadt-u.Dorfbuch des Fürstentums Hessen, Stadtarchiv Melsungen
1008 Einwohner im Jahre 1895
Friedewald, Amt. Hierzu gehörten 1401 die Dörfer Ausbach und Herfa und die Wüstungen Richolferode, Weißenborn und Wundorf, 1431 wird Dorf Friedwald anstelle Herfas genannt (GR Friedewald). 1585 gehörten zum Gericht Friedewald, Ausbach, Herfa, Lautenhausen, Neuenrode und Weißenborn. Sie bildeten das Oberamt, während das Gericht Heringen das Unteramt genannt wurde.

Fronhof, wüst im Gericht Heringen. 1371 verkaufte Fritz von Heringen an die Gebrüder von Borse sein Gut zu Fronhoff und seine Hofstatt zu Heringen (UA Hersfeld). 1432 wird Fronhob als Wüstung des Gerichts Heringen genannt (GR Heringen), zuletzt 1579 Froenhoff als Wüstung im Amt Friedewald (Friedewalder Salbuch).

Füllerode, Bauerngut in der Gemeinde Heringen AG Friedewald. Zur Pfarrei Heringen gehörig. Fühlerode hatte 1747 vier Haushalte und sechs Einwohner 1895.

Geyserstad, Wüstung im Gericht Heringen zu Harnrode gegen die Heimboldshäuser Werrabrücke zu. Geidenstat 1257, Geytinstat 1351 (UA Kreuzberg). Als Hessen 1432 das Gericht Heringen erkaufte, war das dazugehörige Geyserstad wüst (GR Heringen); um 1510 heißt es Getterstet (Zettel im Friedewalder Salbuch v. 1597). Die Göttersen oder Göttersdörfer Güter wurden 1553 von Heimboldshausen und Harnrode aus bestellt (Friedewalder Salbuch). 1750 heißt die Wüstung Geuters, Geutersdorf und Geuterstat (KLB=Landesbibliothek in Kassel, Msc4 150:Schmincke, Wüstungen). Landau 334.

Gethsemane, Amtsgericht Friedewald. Französische Kolonie, die im Jahre 1700 auf der Spitze eines Berges gegründet wurde und anfangs nach dem Flurnamen Gözeman und Getzmann genannt wurde. 1778 kommen noch beide Namen nebeneinander vor (Geheimeratsakten und Engelhard), mundardlich Gethsemich nach „Mein Heimatland“ 1,11. Anfangs eigene Pfarrer, aber schon früh abwechselnd mit Philippsthal und Hilmes verbunden, jetzt (1925) Vikariat von Hilmes (Hochhuth 495).

16 Familien im Jahre 1700
14 Familien im Jahre 1785
106 Einwohner im Jahre 1895.
Glaam, Amtsgericht Eiterfeld. Glaam Höfe 1592 auf Mercators Karte. Sie gehörten 1713 denen von Geyso, hatten 92 Seelen in 16 Haushaltungen 1809 und rechneten zum Amt Landeck (Depos. v. Geyso). Eingepfarrt nach Mansbach (Hochhuth 842).

103 Einwohner im Jahre 1895.
Gosselndorf, wüst im Gericht Petersberg östlich Kathus nach Friedewald zu, wo noch die Trümmer der Gießlingskirche verzeichnet sind. Das Friedewalder Salbuch von 1592 sagt „beneben der Krumbacher auw underm Sandberge am wasser, die Breizbach genannt, ist gelegen die wustenung Guessendorf.“ Gozilndorf 1312, Gosselndorf 1370 (UA Petersberg), Geussendorf 1561 (Forstsalbuch des Amtes Friedewald), Giessendorf 1579 (Salbuch des Amtes Friedewald), Giesselsdorf 1716 (Kasseler Geheimeratsakten Giesselsdorf). Von dem Dorfe des Klosters Petersberg, das zur Vogtei in der Solz zählte, wurde 1312 ausgesagt, daß es vor nicht langer Zeit noch bewohnt gewesen sei. Güter zu Gosselndorf werden 1535 verliehen (Hersfelder Kopiar). 1716 wollten Bauern hier eine neue Niederlassung begründen, wurden aber wegen Gefährdung des Wildes abgewiesen. Eine Kapelle wird 1363 und 1386 genannt; der Bischof von Würzburg verlieh ihr 1386 einen Kirchhof. Ihre Trümmer wurden 1561 Geussendorf Kirch, 1636 Gösslerskirche und auf neuen Karten Giesslingskirche genannt. 1919 wurde bei der Giesslingskirche ein romanischer Schlüssel gefunden.

Gytzenrade, 1432 als eine Wüstung des Gerichts Heringen genannt (GR Heringen).

Hamme, 1432 als eine Wüstung des Gerichts Heringen genannt (GR von Heringen).

Harnrode, Amtsgericht Friedewald. Harrenrade 1432 (GR Heringen), Hof Haenrodt 1553 (Friedewalder Salbuch), Harnrodt 1585 (Ost). Es kam als Hof 1432 mit dem Gericht Heringen an Hessen. Der Hof gehörte 1610 zum Kloster Kreuzberg (Hersfelder Salbuch), die Obrigkeit aber zum Amt Friedewald. Harnrode war 1747 nach Lengers eingepfarrt.

4 Haushalte 1585, Ökonomischer Staat d.Landgrafen Wilhelm IV. von Hessen
12 Haushalte 1747, Stadt-u.Dorfbuch d. Fürstentums Hessen, Stadtarchiv Melsungen
88 Einwohner im Jahre 1895
Herfa, Amtsgericht Friedewald; villa Herfe 1335 (UA Kreuzberg), Hirff 1476 (GR Friedewald), Herpf 1553 (Friedewalder Salbuch). Es gehörte schon1401 zum Schlosse Friedewald. Es war 1585 wie später und jetzt eingepfarrt nach Friedewald.

23 Haushalte 1585, Ökonomischer Staat d.Landgrafen Wilhelm IV. von Hessen
31 Haushalte 1747, Stadt-u.Dorfbuch d. Fürstentums Hessen, Stadtarchiv Melsungen
214 Einwohner im Jahre 1895
Heringen, Amtsgericht Friedewald. Villa Heringen um 1000 in dem Fuldaer Urbar (Dronke, Tradit. cap. 38). Das Stift besaß hier Dienste und Abgaben. Ein Teil des Dorfs ward 1354 hanauisches Lehen (Reimer 3, 110). Nach dem Ziegenhainer Urbar (Salbuch 69) muß angenommen werden, daß das Dorf in der zweiten Hälfte des 14. Jhdts. den Grafen von Ziegenhain zustand. Heringen stand unter dem würzburger Dekanat Mellrichstadt (Bach, Kurze Geschichte 22). Die Pfarrei verlieh 1468 der Abt von Fulda (Fuld. Kopiar 11,549). Die protestantische Pfarrei, Klasse Rotenburg, soll 1570 begründet sein. Eingepfarrt sind Leimbach, Bengendorf und Vitzerode, Filiale Lengers und Wölfershausen (Hochhuth 354). Adlige 1153 bis nach 1432. (Martin, Heringen an der Werra, Die Sonntagspost, Kassel, 1921, Nr.48 und 49).

Von einem Schloß Heringen ist nichts erhalten. Ende 17. Jahrhundert erwirbt Landgraf Philipp von Hessen-Philippsthal das „damals adlige“ Dechantsgut, heute „Decherts Garten“. Innerhalb dieses müßte das Schloß gestanden haben.

114 Haushalte 1585, Ökonomischer Staat d.Landgrafen Wilhelm IV. von Hesse
175 Haushalte 1747, Stadt-u.Dorfbuch d. Fürstentums Hessen, Stadtarchiv Melsunge
1018 Einwohner im Jahre 1895
Heringen, Gericht. Als die Herren von Heringen das Gericht 1432 an Hessen verkauften (GR Heringen), gehörten dazu die Dörfer Heringen, Widdershausen und Lengers, der Hof zu Harnrode und die Wüstungen Wulfershusen, Fronhof, Mutelsdorf, Gytzenrode, Thennichendorf, Leimbach, Igelsdorf, Buren, Gastenrade, Apterade, Winczenrade, Geyserstadt, Stigkens, Mespens, Hamme, Benegarte, Witerade und drei Vorwerke zu Dieppach. Es war Lehen vom Abt von Fulda und wurde als besonderes Gericht mit dem Amt Friedewald vereinigt.

Hornsberg, eine Burg, die im Gericht Heringen westlich über Widdershausen lag (300m nordöstl. von Höhe 444). 1294 sah sich die Abtei Fulda wegen großer Überschuldung gezwungen, neben anderen fuldischen Burgen auch die Burg Hornsberg an das Reich zu verpfänden; doch wurde die Pfandschaft nach etlichen Jahren wieder eingelöst. Die Burg Hornsberg wird im Friedewalder Salbuch von 1579 unter den Wüstungen genannt. Der Heringer Pfarrer Johannes Schlottmann (1709-1739) schrieb, daß seinerzeit auf der Hornskuppe ein Stein „anscheinend an einem Türpfosten gestanden“ gefunden sei, der einen „Ochsenkopf mit Hörnern“ aufwies. Adlige von Hornsberg im 14. Und 15. Jhdt. Landau W. 335. J.H. Gebauer, Burg Hornsberg und die Eichburg in der Geschichte: Mein Heimatland (Hersfeld) 5 (1921), Nr. 4 und 6.

Igelsdorf, wüst im Gericht Heringen an der Werra Widdershausen gegenüber. Egelsdorf wüst 1432 (GR=Generalrepertorium der Urkunden, Heringen), Igelstorff 1438 (UA=Urkundenarchiv, Kreuzberg), zu Ygelsdorff im Pfaffenthal (Taleinschnitt neben Igelsdorfer Wäldchen) 1553 (Friedewalder Salbuch). Die Gemarkung wurde von Widdershausen und Leimbach damals bestellt (siehe Landau W. 334.). In der Schleensteinschen Karte von 1705 ist ein Igelsborn eingezeichnet. Die Widdershäuser Landwirte haben das Pachtgeld für ihre Felder im Pfaffental noch an die Heringer Kirchengemeinde abgeführt.

Jacobsberg, nordwestlich über Philippsthal. 1320 erhält eine hier gelegene Kapelle einen Ablaßbrief (UA Kreuzberg). 1641 war nur noch Gemäuer davon übrig nach Landgraf Hermanns Beschreibung des Niederfürstentums Hessen im Staatsarchiv Marburg (StA) Winckelmann 298.

Kleinensee, Amtsgericht Friedewald. Cleinensehe 1579 (Rotenburger Salbuch). Cleynen Sehe zählte im 15. Jhdt. Zum Gerstengau, 1525 zum sächsischen Amt Gerstungen (Weimar, Gesamtarchiv Band 45/46). Es wurde 1733 von Sachsen-Eisenach an Hessen abgetreten (Verträge), kam zum Amt Friedewald. Bis 1604 war es nach Dankmarshausen eingepfarrt, später Filial davon (Weimar, Pfarrbeschreibung des Fürstentums Eisenach). Es ist noch jetzt (1925) Filial von Dankmarshausen (Hochhuth 371).

27 Untertanen 1706, Weimar, Pfarrbeschreibung des Fürstentums Eisenac
43 Haushalte 1747, Stadt-u.Dorfbuch d. Fürstentums Hessen, Stadtarchiv Melsunge
352 Einwohner im Jahre 1895
Kreuzberg (Creuzberg) an der Werra siehe Philippsthal. Die Vogtei Kreuzberg umfaßte 1647 (Rentkammerprotokoll über die Hersfelder Reise) die Dörfer *Kreuzberg, *Hillartshausen, Oberzell, die Höfe Badelachen, *Harnrode, Heedersberg, Heiligenrode, Niederndorf, Nippe, *Röhrig, Schwenge, Springen, Thalhausen, *Unterneurode und Unterzelle, von denen die besternten zu Kurhessen gehörten.

Landeck, Trümmer einer Burg im Gericht Landeck, nordöstl. über Oberlengsfeld, die 1234 Landeken heißt (UA Johannesberg). 1317 hatte Hersfeld in Landecke einen Amtmann (UA Kreuzberg).Landau W. 341. Hersfeld versetzte im 14. Und 15. Jhdt. das Amt häufig, zuletzt an Mainz, von dem es 1454 wieder eingelöst wurde. 1557 wurde Hessen von Hersfeld mit dem halben Amte belehnt, und durch den westfälischen Frieden kam es ganz an Hessen. Die Vogtei im Gerichte, ziegenhainisches Lehen der v. Völkershausen, ertauschte Hersfeld 1349 (UA Hersfeld). 1729 hatte Hessen-Kassel das Amt an Kursachsen abgetreten, erwarb es aber 1743 zurück. Zum Amte gehörten 1585 und später die Dörfer und Höfe Dünkelrode, Ehrenthal, Hilmes, Kohlhausen, Konrode, Lampertsfeld , Landershausen, Ober- und Schenklengsfeld, Malkomes, Motzfeld, Ransbach, Rimmrode, Schenksolz, Thalhausen, Wehrshausen, Unterweisenborn, Wüstefeld und Zimmers.

Laudenbach, wüst im Gericht Heringen, östlich bei Lengers. Landau W. 334.

Leimbach, Amtsgericht Friedewald. Wostenleymbach 1366 (GR Leimbach, Wüsten-), Leymbach 1432 (GR Heringen), Hof Leimbach 1553 (Friedewalder Salbuch). 1366 verkaufte Hermann von Hornsberg an Hans von Heringen seinen Besitz zu W. L. Es kam 1432 mit dem Gericht Heringen an Hessen. Die halbe Wüstung Leimbach bei Heringen war 1433 und 1476 fuldisches Lehen der von Boyneburg (Rev.). Im 16. Jhdt. ward die Wüstung neu besiedelt und hatte 1553 drei, 1579 vier Häuser (Friedewalder Salbuch). Es war 1585 wie jetzt eingepfarrt nach Heringen (Hochhuth 354).

4 Haushalte 1585, Ökonomischer Staat d.Landgrafen Wilhelm IV. von Hesse
19 Haushalte 1747, Stadt-u.Dorfbuch d. Fürstentums Hessen, Stadtarchiv Melsunge
128 Einwohner im Jahre 1895
Lengers, Amtsgericht Friedewald. Lengerichs 1402 (Depos. von Dörnberg), Lenderichs im Gericht Heringen 1432 (GR Heringen). Es wird 1434 Dorf genannt. Lenders 1509 (UA Hersfeld), Lengers im Amt Friedewald 1553 (Friedewalder Salbuch). Es kam 1432 mit dem Gericht Heringen an Hessen. Lengers stand unter dem würzburger Dekanat Mellrichstadt (Bach, Kurze Geschichte 22) und war 1585 wie jetzt (1925) Filial von Heringen (Hochhuth 354). Landau W. 334 (Lenderich).

46 Haushalte 1585, Ökonomischer Staat d.Landgrafen Wilhelm IV. von Hesse
39 Haushalte 1747, Stadt-u.Dorfbuch d. Fürstentums Hessen, Stadtarchiv Melsungen
282 Einwohner im Jahre 1895
Liebens, Gutsbezirk AG Nentershausen. Libentz Hof 1538 (Rotenburger Salbuch), Leubentz auf einer Karte von etwa 1560 (C 142 k), Hof Lubentz 1592 auf Mercators Karte. 1747 gehörte der Hof zu den von Trott und war nach Obersuhl eingepfarrt (Hochhuth 359).

Mackenrode, wüst im Amt Friedewald, westl. bei Hönebach, in dessen Gemarkung es 1553 vorkommt (Friedewalder Salbuch). Die Vogtei über die Wüstung war 1331 (UA Ziegenhain ) und 1385 (Dep. von Baumbach), ziegenhainisches Lehen der von Romrod (nur 1331) und von Baumbach, 1489 hessisches Lehen der von Baumbach (Depos. v. Baumbach). Es erscheint noch 1592 auf Mercators Karte und 1651 als Waldname (Forstsalbuch des Amtes Friedewald).

Marbach, wüst im Gericht Heringen bei Widdershausen (jetzt Flurname). 3 Güter in dem verwüsteten Dorfe Marpach bei Wilderoldeshusen waren 1357 fuldisches Lehen der von Mackenrod. 1431 wurden die Kolmatsch, denen es die von Heringen versetzt hatten, mit der Martpach belehnt (Rev.). Landau W. 334.

Mespens, Wüstung im Gericht Heringen 1432 als eine Wüstung des Gerichts Heringen genannt (GR von Heringen). Nicht geklärt ob noch hessisches Territorium (Reimer).

Milnrode, wüst im Gericht Landeck nw. Motzfeld am Beginn des Milnroder Grundes; de Milenrot 1184 (UA Hersfeld), de Mylrode 1293 [XIV.] (Wyss 1, 570), Mellenrode 1592 (Mercators Karte), auf der topograph. Karte Melterode. Wird nur als Wüstung genannt, die den v. Milnrode, seit etwa der Mitte des 15. Jhdts. Den v. Buchenau gehörte (UA Hersfeld zu 1473), doch kommt auch bis 1520 noch ein freier Hof des Abts von Hersfeld in Milnrode vor (lehenbuch Abt Krafts). Adlige von Milnrode seit 1184 bis mind. 1430 (GR Friedewald), 1473 bereits beerbt. Landau W. 340.

Mutelsdorf auch Herfa, wüst im Gericht Heringen. Mutirsdorf 1345 (UA Kreuzberg), Mutersdorf an der Herpha versetzen 1405 die von Völkershausen an Hessen; es war Lehen von Fulda. Mutelsdorf, Mutesdorf und Mutersdorf wird 1432 als eine Wüstung des Gerichts Heringen genannt (UA von Heringen).

Nippe, Hof in der Gemeinde Röhrigshof. Nyppin 1368 (UA Kreuzberg). Die Nippen sind 2 Höfe und 1 Mühle an einem Bach die Nippen genannt (Verzeichnis der Hersfelder Ämter und Orte 17. Jhdt. S.214). Höfe der Vogtei Kreuzberg.

3 Haushalte 1610, Hersfelder Salbuc
6 Haushalte 1747, Stadt-u.Dorfbuch d. Fürstentums Hessen, Stadtarchiv Melsunge
43 Einwohner in 4 Häusern im Jahre 1895
Philippsthal, Amtsgericht Schenklengsfeld. Das Dorf hieß früher Kreuzberg. Cruceburc 1170 (Posse, Cod. Dipl. Saxoniae 2, 369), Cruceberg 1171 (UA Hersfeld). Als Landgraf Karl 1686 die Vogtei Kreuzberg seinem Bruder Philipp abgetreten hatte, baute dieser das Kloster zu einem Schlosse um und nannte es Philippsthal. Davon erhielt auch dann das Dorf den Namen . Creuzberg oder Philippsthal (1747 DB). 1170 übergab Abt Burkard von Fulda an Thüringen sein Allod in Kr., das zuvor Gr. Hermann von Orlamünde zu Lehen hatte (siehe oben). Später Dorf der Vogtei Kreuzberg. Die Kirche gehörte vor der Reformation dem dortigen Kloster, war dann abteiliche Pfarrei. Das Patronat besaß Hessen 1648-1733, seitdem Hessen-Phillippsthal. Protestantische Kirche der Inspektur Hersfeld, wozu einige weimarische Orte eingepfarrt sind. Filial Heimboldshausen (Hochhuth 508).

25 Haushalte 1610 (Hersfelder Salbuch
60 Haushalte 1747, Stadt-u.Dorfbuch d. Fürstentums Hessen, Stadtarchiv Melsunge
634 Einwohner im Jahre 1895
Reden, Wüstung bei Obersuhl, wo dieses Dorf Huterecht besaß 1579, es gehörte damals zu Sachsen und kam mit Obersuhl an Hessen (Rotenburger Salbuch). Rähden heißt auf neueren Karten das Gebiet südwestlich Obersuhl.

Riffelrode, Wüstung im Amt Friedewald an der Quelle der Herfa östl. Friedewald. Richolferode 1323 (UA Kreuzberg), Reiffelrod 1553 (Friedewalder Salbuch), Reffelrodt 1592 (Mercators Karte). 1323 scheint das Dorf dem Friedrich v. Völkershausen gehört zu haben. 1484 verkaufte Nithard v. Aldenburg an Hessen die Wüstung Riffelrode, die jedoch schon 1401 als ein Zubehör des Schlosses Friedewald bezeichnet wird (GR Friedewald).

Röhrigshof, Amtsgericht Schenklengsfeld, zum Röres 1592 (Mercators Karte), 4 Höfe Röhrichs genannt um 1650, die Höfe Röhres 1673 (KLB), Röhrig 1747 (DB).

4 Haushalte 1610 (Hersfelder Salbuch
6 Haushalte 1747, Stadt-u.Dorfbuch d. Fürstentums Hessen, Stadtarchiv Melsunge
121 Einwohner im Jahre 1895
Schildhof in der Gemeinde Obersuhl. Dorf Schiltpach wurde 1364 mit Schloß und Amt Wildeck von Fulda den Trotten verkauft, 1407 erblich an Hessen überlassen (Fuldaer Kopiar 10 ,88). Der Hof Schelbach oder Scheltbach, Schiltbach war 1538 landgräflich (Rotenburger Salbuch). Schild- oder Schellhof 1747 (DB). Er wird auch Schuldhof genannt. Schulpach 1592 auf Mercators Karte.

Suhl, Reinoldus de Sula 1267 (UA Hersfeld). Obersuhl AG Nentershausen. Ubernsula 1322 (Fuldaer Kopiar 10,88), Obern Saul 1538 (Rotenburger Salbuch). Das Dorf war ein Zubehör des Schlosses Wildeck und wurde von Fulda 1364 den Trotten versetzt. Mit Wildeck kam es an Hessen. 1504 Dorf des Amtes Rotenburg genannt (Akten betreffend den pfälzischen Krieg). Es bildete einen Gerichtsstuhl des Amtes Rotenburg mit dem Schellhof, Almershof, Hönebach und Raßdorf (Kopp. Ausführl. Nachricht 1,320), gehörte aber bis 1733 zum sächsischen Amte Gerstungen. Obersuhl war 1585 eine Pfarrei und hatte um 1620 (Kirchensachen, Verzeichnis der Prediger) Hönebach und Richelsdorf zu Filialen, Hessen besaß das Patronat. Jetzt hat die protestantische Pfarrei keine Filialen mehr (Hochhuth 359).

8 Büchsen, 10 Armbrüste, 10 Spieße 1504 (Akten betreffend den pfälzischen Krieg)
87 Haushalte 1585, Ökonomischer Staat des Landgrafen Wilhelm IV. von Hesse
114 Haushalte 1747, Stadt-u.Dorfbuch d. Fürstentums Hessen, Stadtarchiv Melsunge
1327 Einwohner im Jahre 1895
Thalhausen, Amtsgericht Schenklengsfeld östlich Philippsthal. Talhusin 1257, Thalhusen 1453 (UA Kreuzberg), Ober Thalhusen 1375 (UA Johannesberg), Dahlhausen über Obernzell 1673 (Mscr. Hass. fol. 126 der KLB). 1257 überließ Heinrich von Frankenstein dem Kloster Kreuzberg sein Vogtrecht zu Thalhausen. Es bestand später nur aus einigen Höfen, gehörte dem Kloster. Es bildet einen Teil der Pfarrei Philippsthal.

2 Haushalte 1610 (Hersfelder Salbuch)
5 Haushalte 1747, Stadt-u.Dorfbuch d. Fürstentums Hessen, Stadtarchiv Melsungen
24 Einwohner im Jahre 1895
Völkershausen, AG Wanfried. Folcgereshusun 874 (Fälschung 10. Jhdts., Mühlbacher, Regesten 1504), de Volcricheshusin 1261 (UA Kreuzberg), de Volkerischeshusen 1278 (UA Kornberg), Folkershusen 1365 (GR Weissenborn). Das Dorf gehörte 1365 den v. Völkershausen, war 1395 und 1414 ihr Lehen von Hessen (Rev.), 1416 Lehen Apel Appes (Rev.). Im 15.-17. Jhdt. war es fuldisches Lehen halb der v. Eschwege (zuerst 1425), halb der v. Wehren. 1585 (OSt) scheinen es nur die v. Wehren zu besitzen. 1652 bis 1701 wurden die v. Geyso von Fulda mit Völkershausen belehnt, das sie von denen v. Eschwege erkauft hatten. Ihnen folgten im Lehenbesitze die v. Verschuer 1722-1740, v. Hattorf 1750 bis 1789 (Rev.). Völkershausen hatte 1569-1585 (OSt) eine eigene Pfarrei, im 17. Jhdt. meist mit Wabern verbunden, von 1684 bis 1730 eigene Pfarrei. Seitdem wechselnd mit Rambach, Altenburschla und Wanfried verbunden, bis 1847 eine neue Pfarrei der Klasse Eschwege mit Filial Aue begründet wurde (Hochhuth 315).

51 Haushalte 1585, Ökonomischer Staat d.Landgrafen Wilhelm IV. von Hessen
53 Haushalte 1747, Stadt-u.Dorfbuch d. Fürstentums Hessen, Stadtarchiv Melsungen
338 Einwohner im Jahre 1895
Waldradeberg, wüst im Amt Friedewald nöstl. über Neurode, wo es jetzt Walterskirche heißt. Die Vogtei über Waldradeberg war 1331 ziegenhainer Lehen der von Romrod und der von Baumbach (Rev.). Die v. Baumbach wurden noch 1385 von Ziegenhain mit der Vogtei belehnt, 1489 von Hessen (Depos.v.Baumbach). 1348 verglich sich der Landgraf mit denen v. Baumbach, daß das Gericht zu Walderdeberge landgräflich bleiben solle (daselbst). Wüstung Waldtersberg 1579 (Friedewalder Salbuch 47 v.), Waltersberger aw heißt 1592 auf Mercators Karte der westl. Teil des Waltersbergs. Landau W. 337.

Widdershausen, Amtsgericht Friedewald. Widerolfeshusun 874 (Fälschung 10. Jhdts., Dobenecker 1, 194. 246), Wyderoldeshusen 1431 (UA=Urkundenarchiv von Kolmatsch), Wittershausen 1553 (Friedewalder Salbuch), Weideroldeshausen 1564 (Lehenrev. der von Boyneburg), Widdershausen 1585 (Ökonomischer Staat d.Landgrafen Wilhelm IV. von Hessen). In der Urkunde von 1315 (Quellensammlung zur Boyneburgischen Familiengeschichte, Q.v.B.8,37) wird die Familie von Hornsberg mit Besitzungen in Widdershausen genannt. In der Schleensteinschen Karte von 1705 wird das Dorf Wedershausen genannt. Dorf des Gerichts Heringen im Amt Friedewald. Widdershausen kam 1432 beim Kauf des Gerichts Heringen an Hessen (GR Heringen), das Dorf war aber 1431 fuldisches Lehen der Herren von Kolmatsch. Zur Zeit der Reformation hatte Widdershausen einen eigenen Pfarrer, 1585 war es Filial von Heringen, 1747 von Obersuhl. Widdershausen war abwechselnd mit verschiedenen Pfarreien verbunden, seit 1808 ist es Vikariat von Heringen (Hochhuth 356). J.H. Gebauer in Mein Heimatland (Hersfeld) 5, Nr. 3.

49 Haushalte 1585, Ökonomischer Staat d.Landgrafen Wilhelm IV. von Hessen
71 Haushalte 1747, Stadt-u.Dorfbuch d. Fürstentums Hessen, Stadtarchiv Melsungen
511 Einwohner im Jahre 1832 (nach Zollverein)
533 Einwohner im Jahre 1895
Wildeck, Burgruine nnö. Hönebach. Wittecke 1289 (MGSS 30, 635), Wildeck 1311 (Fuldaer Stiftsurkunde). Burg der Landgrafen v. Thüringen die 1289 einem unehelichen Sohne Landgraf Albrechts überlassen, Ende 1300 (Fuldaer Stiftsurkunde) an Fulda abgetreten wurde. Fulda versetzte sie 1406 an Hessen und überließ sie diesem 1413 gänzlich (GR Wildeck). Die Burg und das zu ihr gehörende Amt waren im 14. Und 15. Jhdt. meist im Pfandbesitze der v. Boyneburg oder der v. Trott. Erst 1544 löste es Landgraf Philipp von letzteren ein (Landau). Schon 1538 war alles verfallen (Rotenburger Salbuch). Zum Amt gehörten 1579 (Rotenburger Salbuch) Obersuhl, Hönebach, Almershof und Schildhof. Nach Wildeck nannten sich im 14. Jhdt. einige Glieder der Familie v. Boyneburg. Landau W. 334 und Ritterburgen 2,21-32. Auf den Trümmern der Burg ließ Landgraf Ernst Leopold von Hessen-Rotenburg 1726 das Jagdschloß Blumenstein erbauen. Ein Talschloß Wildeck erbaute Landgraf Constantin 1770 (Landau, Jagd und Falknerei 200).

Wintersburg, oder Eichburg (evtl. auf der Eichkuppe zwischen Heringen und Lengers) wüstimAmt Friedewald. Ein Kopf, genannt die Wynterssburgk, allda vor Zeiten ein Schloß soll gewesen sein (Friedewalder Salbuch 1519 f.28 v. unter Heringer Holz), villa Wintersberg 1261 (UA=Urkundenarchiv, Kreuzberg).

Wölfershausen, Amtsgericht Friedewald. Wolfirshus 1397 (STAM K433 Fuldaer Kopiar), Wolfirshusen 1414 (GR Wölfershausen). Die Wüstung Wulffershusen gehörte 1432 zum Gericht Heringen und kam damals an Hessen (GR Heringen), Wolffershausen 1553 (Friedewalder Salbuch). Wölfershausen, Dorf des Amtes Friedewald. Es stand unter dem Würzburger Dekanat Mellrichstadt (Bach, Kurze Geschichte 22) und ist jetzt nach dem Filial Lengers der Pfarrei Heringen eingepfarrt (Hochhuth 354).

34 Haushalte 1553 (Friedewalder Salbuch)
37 Haushalte 1579 (Friedewalder Salbuch)
36 Haushalte 1747, Stadt-u.Dorfbuch d. Fürstentums Hessen, Stadtarchiv Melsungen
257 Einwohner im Jahre 1895
Wundorf, wüst im Amt Friedewald nördlich oberhalb Lautenhausen an der Herfa. Wuntorf 1401. Wonnedorf 1430 (GR Friedewald), Wunnendorf 1481 (GR Wunnendorf), Wontorf 1592 auf Mercators Karte. Wundorf scheint schon 1430 wüst gewesen zu sein. 1481 verkauften die v. Baumbach an Hessen ihr Vorwerk und Wüstung zu Wundorf, das sie von Hersfeld zu Lehen gehabt hatten. Landau W. 337.

Ziegelhof, im Amt Sontra, im Gerichtsstuhl Wommen. 1 Haushalt eingepfarrt nach Richelsdorf 1585 (OSt), auch genannt im Sontraer Salbuch 1571.

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