Flucht 1948
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Flucht Dankmarshausen 1948
Hans-Werner Kuntze (1930-2021) beschrieb seinen Grenzübertritt von Dankmarshausen nach Westdeutschland im Jahr 1948 als eine heimliche Flucht über die „grüne Grenze“. Dankmarshausen lag zu diesem Zeitpunkt in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) direkt am Grenzverlauf zu Widdershausen zur amerikanischen Zone (Hessen).
Hans-Werner Kuntze war von 1945 bis 1948 als Jugendlicher in Dankmarshausen
Trauernachricht von Hans-Werner Kuntze aus der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) von 2021
Wir verließen Osnabrück, um uns in ruhigere Gefilde zu begeben, denn der Bruder meiner Mutter hatte in Dankmarshausen an der Thüringischen Grenze ein Lebensmittelgeschäft. Dieses kleine Dorf war für den Krieg völlig unbedeutend, und dennoch erreichte uns auch dort ein ungewöhnlich großer Bombenteppich, und ein Jahr später mussten wir ständig den Himmel absuchen, wenn wir im Werratal in der Aue Heu machten oder in der Werra badeten, denn die amerikanischen Lightnings, sehr wendige Doppelrumpf-Kampfbomber, machten auf uns "Hasenjagd", versuchten uns also im Tiefflug abzuschießen.
Alles in jener Zeit drehte sich um den Krieg, und das Alltagsleben hatte sich danach einzurichten. Allerdings erhielt ich weiterhin Klavierunterricht. Wenn man dann 14 Jahre alt wird, kommt die Entscheidung näher, über das Berufsleben nachzudenken. Mein Lehrer riet meiner Mutter, ich solle den Beruf des Lehrers ergreifen, und so machte ich eine zehntägige Aufnahmeprüfung in Ohrdruff-Luisenthal, die ich bestand.
Für den 15. April 1945 war der Ausbildungsbeginn angesetzt. Doch am 1. April 1945, an meinem 15-jährigen Geburtstag, zogen die amerikanischen Panzer in Dankmarshausen ein, und alles war vorbei. Einen Monat später, über Nacht, war das Lager in der Aue an der Werra leer, sie waren wie vom Erdboden verschluckt. Und während wir zwischen den Überbleibseln rumstöberten, drang der Gesang hoher Kastratenstimmen an unser Ohr, vor der Straße zwischen Dankmarshausen und dem östlichen Nachbarort Berka kommend. Wir gingen der Ursache nach, liefen also rauf ins Dorf und sahen sie: Russen. Sie fuhren durch das Dorf hindurch bis an die Grenze zwischen Dankmarshausen und Widderhausen, also an die Grenze zwischen Thüringen und Hessen. Und sie zogen einen Zaun, sogar über die Ecke des Sportplatzes, sperrten uns also ein. In diesem Moment kam in mir das Gefühl auf, im Gefängnis zu sein.
Jetzt galt es also, sich einzurichten. Die "Befreier" wechselten, und wir mußten uns wehrlos fügen. Von einer Diktatur in die nächste. Wozu also soll der Krieg wohl gut gewesen sein. Und es gibt sie immer wieder, die Kriege unter scheinheiligen Vorwand, vorläufig geht es noch um Öl. Irgendwann wird es um Wasser gehen. Überall auf der Welt müssen sich wehrlose Menschen dem Stärkeren fügen.
Es zeigte sich aber schon bald, daß die Sieger gar nicht wußten, was sie da taten.
Nachdem die ersten Tage der Besetzung durch die Russen vergangen waren und sich weniger geändert hatte als man zunächst erwarten mußte, wurde das Tagesgeschehen doch weitgehend wieder von den Deutschen übernommen. Die Russen bewachten lediglich die Grenze. Der Kontrollpunkt lag am Ende der Dorfstraße nach Widdershausen, und genau dort war auch der Sportplatz. Und so konnte es gar nicht ausbleiben, daß die russischen Grenzsoldaten, durchweg um 18 Jahre alt, zu uns runterkamen und mit uns Fußball spielten. Die Erkenntnis erstaunte mich: Das waren gar keine Feinde. Sie waren Menschen wie wir und freuten sich, mit uns Fußball spielen zu können. Man freundete sich tatsächlich an und freute sich, wenn man sich am nächsten Tag wiedersah. Nur wenn man über die Grenze redete, wurden sie plötzlich stocksteif und ernst. Das verstanden wir zunächst überhaupt nicht, denn mit der Grenze hatten wir überhaupt nichts im Sinn. Uns war die völlig egal, denn für uns gab es sie zu der Zeit überhaupt nicht, sie war kein Hindernis, denn wir kannten uns da ja aus. Später erfuhren wir aber, daß die jungen Russen häufig von Vorgesetzten Prügel bezogen, und also verstanden wir sie, und sie taten uns leid. Natürlich wurde an der Grenze geschossen, denn täglich versuchten Flüchtlinge rüberzugehen. Für Fremde also war das gefährlich. Aber die Bauern aus Dankmarshausen hatten im Bereich der amerikanischen Zone Ländereien, die sie bewirtschafteten, und so waren die Feldwege ohne Zaun, als auch ohne Schlagbäume. Das sprach sich auch drinnen in der Zone rum, und so wurden die Flüchtlinge oft zu Bauern verkleidet und fuhren auf den Leiterwagen mit rüber.
Aber es gab auch andere Möglichkeiten für Ortsfremde, über die Grenze zu gelangen. Unten am Sportplatzrand verlief ein kleiner Wassergraben, der in die Werra führte, und direkt an ihm entlang war der Stacheldrahtzaun verlegt. Wenn am Sonntag die Herrenfußballer spielten, kamen auch Zuschauer aus der amerikanischen Zone, aus Widdershausen bis an den Graben. Und weil der Ball hin und wieder über den Zaun flog, mußte jemand aus der russischen Zone in die amerikanische Zone hinüber, um ihn wieder zu holen. Manchmal waren das auch Flüchtlinge, die "rüber" wollten, und die kamen dann nicht zurück. Alles am Spielfeldrand war wegen der Zuschauer ein bisschen unübersichtlich.
Die Entscheidung des Berufsweges war aber nicht aufgehoben. Und weil die Ausbildung zum Lehrer für mich geplatzt war, denn die Organisation gab es ja nicht mehr, wurde ich Rundfunkmechaniker-Lehrling bei Hallmann. Dieser Betrieb hatte sich in Dankmarshausen niedergelassen. Ich baute also Radios, später auch Lautsprecher. Die Schwingspulen wickelte ich von Hand, und das war durchaus mit Problemen behaftet, denn wenn die Wicklung nicht vollkommen präzise lag, kratzte der Lautsprecher und wanderte in den Müll. Nachbessern konnte man den nicht, weil die Schwingspule ja eingeklebt war.
Sportlich hatte ich mich für Handball entscheiden müssen, denn ich hatte keine Fußballschuhe. Damals spielte man Feldhandball auf dem Fußballplatz. Hallenhandball gab es nur im Winter, aber das waren keine Meisterschaftsspiele, sowas gab es noch nicht. Ich spielte in der Jugendmannschaft halblinks, und wenn unser Torwart aus dem amerikanisch besetzten Widdershausen fehlte, war ich im Tor. Als ich 17 Jahre alt war, holte man für mich eine Sondergenehmigung ein, wonach ich in der A-Jugend im Tor und nach einer Pause von einer Stunde in der 1. Herrenmannschaft im Angriff spielen durfte. In der Pause spielte unsere Damenmannschaft, und die war der amtierende Kreismeister. Waldemar Mau war unser Trainer und Spielmacher, und seine Frau und deren Schwester waren die Torjägerinnen der Damenmannschaft.
Nebenher bekam ich weiterhin Klavierunterricht. Mein Lehrer, Herr Reimann, war gleichzeitig auch Pianist der örtlichen Tanzkapelle, und es war die große Zeit des Komponisten Gerhard Winkler, des Sängers Rudi Schuricke und der Capri-Fischer. Und mit denen fing alles an. Die Capri-Fischer waren ein Kreuzweg in meinem Leben.
Alles in jener Zeit drehte sich um den Krieg, und das Alltagsleben hatte sich danach einzurichten. Allerdings erhielt ich weiterhin Klavierunterricht. Wenn man dann 14 Jahre alt wird, kommt die Entscheidung näher, über das Berufsleben nachzudenken. Mein Lehrer riet meiner Mutter, ich solle den Beruf des Lehrers ergreifen, und so machte ich eine zehntägige Aufnahmeprüfung in Ohrdruff-Luisenthal, die ich bestand.
Für den 15. April 1945 war der Ausbildungsbeginn angesetzt. Doch am 1. April 1945, an meinem 15-jährigen Geburtstag, zogen die amerikanischen Panzer in Dankmarshausen ein, und alles war vorbei. Einen Monat später, über Nacht, war das Lager in der Aue an der Werra leer, sie waren wie vom Erdboden verschluckt. Und während wir zwischen den Überbleibseln rumstöberten, drang der Gesang hoher Kastratenstimmen an unser Ohr, vor der Straße zwischen Dankmarshausen und dem östlichen Nachbarort Berka kommend. Wir gingen der Ursache nach, liefen also rauf ins Dorf und sahen sie: Russen. Sie fuhren durch das Dorf hindurch bis an die Grenze zwischen Dankmarshausen und Widderhausen, also an die Grenze zwischen Thüringen und Hessen. Und sie zogen einen Zaun, sogar über die Ecke des Sportplatzes, sperrten uns also ein. In diesem Moment kam in mir das Gefühl auf, im Gefängnis zu sein.
Jetzt galt es also, sich einzurichten. Die "Befreier" wechselten, und wir mußten uns wehrlos fügen. Von einer Diktatur in die nächste. Wozu also soll der Krieg wohl gut gewesen sein. Und es gibt sie immer wieder, die Kriege unter scheinheiligen Vorwand, vorläufig geht es noch um Öl. Irgendwann wird es um Wasser gehen. Überall auf der Welt müssen sich wehrlose Menschen dem Stärkeren fügen.
Es zeigte sich aber schon bald, daß die Sieger gar nicht wußten, was sie da taten.
Nachdem die ersten Tage der Besetzung durch die Russen vergangen waren und sich weniger geändert hatte als man zunächst erwarten mußte, wurde das Tagesgeschehen doch weitgehend wieder von den Deutschen übernommen. Die Russen bewachten lediglich die Grenze. Der Kontrollpunkt lag am Ende der Dorfstraße nach Widdershausen, und genau dort war auch der Sportplatz. Und so konnte es gar nicht ausbleiben, daß die russischen Grenzsoldaten, durchweg um 18 Jahre alt, zu uns runterkamen und mit uns Fußball spielten. Die Erkenntnis erstaunte mich: Das waren gar keine Feinde. Sie waren Menschen wie wir und freuten sich, mit uns Fußball spielen zu können. Man freundete sich tatsächlich an und freute sich, wenn man sich am nächsten Tag wiedersah. Nur wenn man über die Grenze redete, wurden sie plötzlich stocksteif und ernst. Das verstanden wir zunächst überhaupt nicht, denn mit der Grenze hatten wir überhaupt nichts im Sinn. Uns war die völlig egal, denn für uns gab es sie zu der Zeit überhaupt nicht, sie war kein Hindernis, denn wir kannten uns da ja aus. Später erfuhren wir aber, daß die jungen Russen häufig von Vorgesetzten Prügel bezogen, und also verstanden wir sie, und sie taten uns leid. Natürlich wurde an der Grenze geschossen, denn täglich versuchten Flüchtlinge rüberzugehen. Für Fremde also war das gefährlich. Aber die Bauern aus Dankmarshausen hatten im Bereich der amerikanischen Zone Ländereien, die sie bewirtschafteten, und so waren die Feldwege ohne Zaun, als auch ohne Schlagbäume. Das sprach sich auch drinnen in der Zone rum, und so wurden die Flüchtlinge oft zu Bauern verkleidet und fuhren auf den Leiterwagen mit rüber.
Aber es gab auch andere Möglichkeiten für Ortsfremde, über die Grenze zu gelangen. Unten am Sportplatzrand verlief ein kleiner Wassergraben, der in die Werra führte, und direkt an ihm entlang war der Stacheldrahtzaun verlegt. Wenn am Sonntag die Herrenfußballer spielten, kamen auch Zuschauer aus der amerikanischen Zone, aus Widdershausen bis an den Graben. Und weil der Ball hin und wieder über den Zaun flog, mußte jemand aus der russischen Zone in die amerikanische Zone hinüber, um ihn wieder zu holen. Manchmal waren das auch Flüchtlinge, die "rüber" wollten, und die kamen dann nicht zurück. Alles am Spielfeldrand war wegen der Zuschauer ein bisschen unübersichtlich.
Die Entscheidung des Berufsweges war aber nicht aufgehoben. Und weil die Ausbildung zum Lehrer für mich geplatzt war, denn die Organisation gab es ja nicht mehr, wurde ich Rundfunkmechaniker-Lehrling bei Hallmann. Dieser Betrieb hatte sich in Dankmarshausen niedergelassen. Ich baute also Radios, später auch Lautsprecher. Die Schwingspulen wickelte ich von Hand, und das war durchaus mit Problemen behaftet, denn wenn die Wicklung nicht vollkommen präzise lag, kratzte der Lautsprecher und wanderte in den Müll. Nachbessern konnte man den nicht, weil die Schwingspule ja eingeklebt war.
Sportlich hatte ich mich für Handball entscheiden müssen, denn ich hatte keine Fußballschuhe. Damals spielte man Feldhandball auf dem Fußballplatz. Hallenhandball gab es nur im Winter, aber das waren keine Meisterschaftsspiele, sowas gab es noch nicht. Ich spielte in der Jugendmannschaft halblinks, und wenn unser Torwart aus dem amerikanisch besetzten Widdershausen fehlte, war ich im Tor. Als ich 17 Jahre alt war, holte man für mich eine Sondergenehmigung ein, wonach ich in der A-Jugend im Tor und nach einer Pause von einer Stunde in der 1. Herrenmannschaft im Angriff spielen durfte. In der Pause spielte unsere Damenmannschaft, und die war der amtierende Kreismeister. Waldemar Mau war unser Trainer und Spielmacher, und seine Frau und deren Schwester waren die Torjägerinnen der Damenmannschaft.
Nebenher bekam ich weiterhin Klavierunterricht. Mein Lehrer, Herr Reimann, war gleichzeitig auch Pianist der örtlichen Tanzkapelle, und es war die große Zeit des Komponisten Gerhard Winkler, des Sängers Rudi Schuricke und der Capri-Fischer. Und mit denen fing alles an. Die Capri-Fischer waren ein Kreuzweg in meinem Leben.
Überall aus den Radios erklang dieses Lied, und natürlich mußte es die Tanzkapelle am Wochenende spielen. Aber man bekam davon keine Noten.
Wir waren ja abgeschnitten von der Welt, denn der Grenzbereich durfte von Fremden, also von Personen, die dort nicht wohnten, nicht betreten werden ohne eine Sondergenehmigung. Drei Bahnstationen von uns entfernt im Landesinneren nämlich lag der Bahnhof Herleshausen, und das war ein Problem für die Bewacher der Grenze. Der Zug fuhr dort nämlich durch die amerikanisch besetzte Zone, und die russischen Begleitsoldaten wachten schwer bewaffnet darauf, daß auch keiner ausstieg. Auf dem Bahnhof davor, Wartha in der russischen Zone, hielt der Zug oft zwei oder drei Stunden, und Reisende mit Gepäck und ohne Ausweis eines Grenzortes wurden rausgeholt, und wir sahen sie eigentlich nie wieder. Die nächste Station, Gerstungen, war dann wieder auf russischem Gebiet. Eigentlich waren wir also nach beiden Seiten hin eingekerkert, und deswegen kam vieles, was im Landesinneren zu bekommen war, eben nicht bis zu uns.
Mit einiger Mühe hätte ich sicher Noten in Eisenach bekommen können, denn einmal in der Woche mußten wir Rundfunkmechaniker-Lehrlinge zur Berufsschule nach dort. Aber wir hielten uns bis zur Abfahrt des Zuges eben doch lieber auf der Wartburg auf. Natürlich besaß jeder von uns ein Stück Mauerwerk mit dem Tintenklecks von Martin Luther, denn Luther muß wohl immer wieder bei Nacht erschienen sein und wutentbrannt sein Tintenfaß gegen die Wand gedonnert haben. Der Zug nämlich fuhr immer erst gegen Abend, und so hatten wir einige Stunden Zeit. Manchmal mußten wir für unseren Radiobetrieb auch Teile aus Eisenach mitbringen.
Es führte kein Weg an den Caprifischern vorbei, und so bat mich mein Klavierlehrer, die Noten für die Kapelle zu schreiben. Und so kam ich zu meinem ersten Kapellen-Arrangement. Von diesem Moment an schrieb ich eigene Lieder, natürlich in der Art, wie sie Gerhard Winkler schrieb. Ich erinnere mich noch an den ersten Titel <Am Golfo della Spezia>. Ich hatte einfach auf den Atlas geschaut und mir diesen Golf ausgesucht. Einige meiner Lieder spielte die Kapelle dann auch an den Tanz-Wochenenden, ein merkwürdiges Gefühl, wenn da plötzlich etwas erklang, was kurz zuvor von mir zu Papier gebracht und selbst erdacht worden war. Eigentlich hätte alles auch so weitergehen können, wenn nicht das Geldproblem gewesen wäre.
Mein Vater war als Soldat schon 1940 im Lazarett gestorben, und eigentlich hätte meine Mutter eine Rente aus der Angestelltenversicherung und außerdem eine Kriegshinterbliebenenrente bekommen müssen. Aber:
'Der Dank des Vaterlandes ist dir gewiß', hieß es, wenn man in den Krieg zog. Das war aber schon damals graue Theorie, und heute scheint es kaum anders zu sein. Man mußte schon immer alles beweisen. Und selbst der Umstand, daß der Tod meines Vaters nun mal eine Tatsache war, genügte nicht, um Rente zu bekommen.
In der Ostzone bekamen wir also nichts. In der Westzone hingegen hätte meine Mutter die Renten bekommen.
Meine Mutter, gelernte Schneiderin, nähte dort für die örtliche Bevölkerung, und ich malte mit spezieller Stoff-Farbe, die ich in Osnabrück von Kramer geschickt bekam, große Blumen in die Kleider. Das war zu der Zeit ganz große Mode, und meine Malerei hat damals sicherlich viele junge Mädchen sehr glücklich gemacht. Auf diese Weise bekamen wir manchmal bei den Bauern freies Essen und ein paar Mark dazu.
Um aber in unsere Heimatstadt zurückkommen zu dürfen, bedurfte es einer Zuzugsgenehmigung. Die bekamen wir dann auch nach einiger Bemühung, denn wir hatten Anspruch darauf, wieder in Osnabrück zu wohnen. Das bedeutete aber durchaus nicht, daß wir die Ostzone verlassen durften. Die Ausreise-Erlaubnis bekamen wir dann aber doch, allerdings ohne unser Eigentum mitnehmen zu dürfen, denn das ging nach ostzonalem Gesetz in Volkseigentum über. Es war aber schon schwer genug gewesen, einige Möbel vor den Bombenangriffen in Sicherheit zu bringen. Die hatten wir damals rüber geschafft und wollten sie nun nicht doch noch verlieren, zumal wir die hätten in Osnabrück neu kaufen müssen. Also entstand der Plan, alles über die Grenze zu schaffen.
Mit dem Klavier war das ziemlich einfach, denn die Russen kannten sich in der Gegend nicht ausreichend aus. Die Straße zwischen unserem Ort Dankmarshausen
und dem Nachbarort Großensee verlief an einer Stelle nämlich einige Meter durch die amerikanische Zone. Deswegen war der Grenzschlagbaum bereits am Ortsausgang Dankmarshausen eingerichtet. Diesen Grenzpunkt konnten nur Personen mit Ausweis aus Dankmarshausen oder Großensee passieren. Fremde kamen da nicht durch.
Als Radiobauer war ich natürlich so etwas wie ein Zauberer, denn ich gehörte zu denen, die für sie die Radios bauten. Die Russen gaben alles dafür, ein Radio zu bekommen. Eigentlich in jedem Raum der Baracken war eines im Laufe der Zeit. Es gab ja auch russischsprachige Sendungen.
Bedenkt man, daß die Russen tatsächlich Wasserkräne rausschraubten und nach Russland schickten, weil sie glaubten, daß dann auch dort Wasser aus der Wand käme, (das ist kein Märchen, die glaubten das wirklich) so hatten sie vor uns eben großen Respekt, denn wir holten Musik aus der Luft, einfach über eine Stange und ein Stück Draht. Sie horchten sogar dran, weil sie glaubten was hören zu müssen. Wirklich, für die Russen wirkte das wie Zauberei aus einer anderen Welt.
Es war eine andere Zeit, und wer heute darüber lächelt, sollte sich mal die Entwicklung der Technik des letzten Jahrhunderts ansehen. Viele Millionen Jahre hatte sich nichts an Technik entwickelt, und innerhalb kurzer Zeit explodierte dieser Fortschritt.
Unseren russischen Freunden am Schlagbaum erzählte ich einfach, daß mein Klavier zur Kirmes gebraucht würde. Das stimmte auch, wir hatten das so organisiert, nur wurde es in nicht in ostzonalen Großensee, sondern im Nachbarort Kleinensee in der amerikanischen Zone gebraucht. Also ließ man uns durch. Weil man aber von Großensee sofort über die Grenze konnte, weil es da keinen Schlagbaum mehr gab, fuhren wir das Klavier sofort weiter nach Kleinensee in das Lokal. Die Möbel hingegen konnten wir nicht durch den Schlagbaum bringen, denn dafür fehlte uns das Argument. Und so schafften wir alles nach und nach zu einem Bauern in eine Scheune. Ein Leiterwagen wurde mit Stroh ausgestopft und darunter die Möbel versteckt. Über Nacht fuhren unsere Helfer mit Pferd und Wagen mehrere mal über die Grenze, und die Russen an der Grenze waren rein zufällig nicht da. Denn wir hatten auch Möbel von Bekannten aus dem Harz dabei und somit Westgeld, für das man alles haben konnte, so auch Getränke, die unsere russischen Freunde sonst nie zu probieren bekamen.
Als ich Dankmarshausen als meinen Wohnort endgültig verließ, gingen mein Freund und ich mit dem Handwagen mitten durch Wald und Feld hinüber, schließlich kannten wir uns da ja aus, um die Koffer zum Bahnhof Hönebach zu bringen, die wir während der Reise mit uns führen würden. Irgendwann, wir waren längst im amerikanisch besetzten Gebiet, hörten wir hinter uns Motorengeräusch, und das auf einem Feldweg. Es war ein amerikanischer Jeep. Wir wurden zur amerikanischen Kommandantur am Bahnhof in Hönebach gebracht. Dort wurden wir befragt. Man wollte wissen, wie viele Russen gegenwärtig an der Grenze waren, und wie viele deutsche Grenzer. Alles war politisch und auf Konfrontation aus. Es war Krieg mitten im Frieden.
Inzwischen war auch meine Mutter angekommen, hatte den Handwagen mit dem Gepäck vor dem Gebäude am Bahnhof gesehen, in dem die Amerikaner sich eigerichtet hatten, und war reingekommen. Es war schon eine komische Situation. Mein Freund und ich, wir waren Gefangene, meine Mutter allerdings war frei und konnte gehen, wohin sie wollte, obschon die Amerikaner wußten, daß auch sie eben erst über die Grenze gekommen war. Weil wir aber eine Zuzugsgenehmigung nach Osnabrück hatten, und sich längst bei den verwunderten Amerikanern rumgesprochen hatte, daß wir mehrere Pferdewagen mit Möbel beladen mitten durch die Grenze gebracht hatten, durften wir die Möbel in die angemieteten Bahnwaggons verladen. Mein Freund und ich waren für die Zeit frei, und noch komischer wurde es dann, als die Amerikaner ihre Waffern beiseite legten und uns beim Einladen der Möbel halfen. Danach nahmen sie uns wieder mit und fuhren uns nach Rotenburg/Fulda ins Gefangenenlager, in dem noch mehr Grenzübertrittler waren. Nachdem man uns dann verhört hatte, fuhr man uns zurück nach Hönebach, und dann traten meine Mutter und ich die Fahrt nach Osnabrück an, während mein Freund Paul wieder zurück ging in die Zone.
Wir waren ja abgeschnitten von der Welt, denn der Grenzbereich durfte von Fremden, also von Personen, die dort nicht wohnten, nicht betreten werden ohne eine Sondergenehmigung. Drei Bahnstationen von uns entfernt im Landesinneren nämlich lag der Bahnhof Herleshausen, und das war ein Problem für die Bewacher der Grenze. Der Zug fuhr dort nämlich durch die amerikanisch besetzte Zone, und die russischen Begleitsoldaten wachten schwer bewaffnet darauf, daß auch keiner ausstieg. Auf dem Bahnhof davor, Wartha in der russischen Zone, hielt der Zug oft zwei oder drei Stunden, und Reisende mit Gepäck und ohne Ausweis eines Grenzortes wurden rausgeholt, und wir sahen sie eigentlich nie wieder. Die nächste Station, Gerstungen, war dann wieder auf russischem Gebiet. Eigentlich waren wir also nach beiden Seiten hin eingekerkert, und deswegen kam vieles, was im Landesinneren zu bekommen war, eben nicht bis zu uns.
Mit einiger Mühe hätte ich sicher Noten in Eisenach bekommen können, denn einmal in der Woche mußten wir Rundfunkmechaniker-Lehrlinge zur Berufsschule nach dort. Aber wir hielten uns bis zur Abfahrt des Zuges eben doch lieber auf der Wartburg auf. Natürlich besaß jeder von uns ein Stück Mauerwerk mit dem Tintenklecks von Martin Luther, denn Luther muß wohl immer wieder bei Nacht erschienen sein und wutentbrannt sein Tintenfaß gegen die Wand gedonnert haben. Der Zug nämlich fuhr immer erst gegen Abend, und so hatten wir einige Stunden Zeit. Manchmal mußten wir für unseren Radiobetrieb auch Teile aus Eisenach mitbringen.
Es führte kein Weg an den Caprifischern vorbei, und so bat mich mein Klavierlehrer, die Noten für die Kapelle zu schreiben. Und so kam ich zu meinem ersten Kapellen-Arrangement. Von diesem Moment an schrieb ich eigene Lieder, natürlich in der Art, wie sie Gerhard Winkler schrieb. Ich erinnere mich noch an den ersten Titel <Am Golfo della Spezia>. Ich hatte einfach auf den Atlas geschaut und mir diesen Golf ausgesucht. Einige meiner Lieder spielte die Kapelle dann auch an den Tanz-Wochenenden, ein merkwürdiges Gefühl, wenn da plötzlich etwas erklang, was kurz zuvor von mir zu Papier gebracht und selbst erdacht worden war. Eigentlich hätte alles auch so weitergehen können, wenn nicht das Geldproblem gewesen wäre.
Mein Vater war als Soldat schon 1940 im Lazarett gestorben, und eigentlich hätte meine Mutter eine Rente aus der Angestelltenversicherung und außerdem eine Kriegshinterbliebenenrente bekommen müssen. Aber:
'Der Dank des Vaterlandes ist dir gewiß', hieß es, wenn man in den Krieg zog. Das war aber schon damals graue Theorie, und heute scheint es kaum anders zu sein. Man mußte schon immer alles beweisen. Und selbst der Umstand, daß der Tod meines Vaters nun mal eine Tatsache war, genügte nicht, um Rente zu bekommen.
In der Ostzone bekamen wir also nichts. In der Westzone hingegen hätte meine Mutter die Renten bekommen.
Meine Mutter, gelernte Schneiderin, nähte dort für die örtliche Bevölkerung, und ich malte mit spezieller Stoff-Farbe, die ich in Osnabrück von Kramer geschickt bekam, große Blumen in die Kleider. Das war zu der Zeit ganz große Mode, und meine Malerei hat damals sicherlich viele junge Mädchen sehr glücklich gemacht. Auf diese Weise bekamen wir manchmal bei den Bauern freies Essen und ein paar Mark dazu.
Um aber in unsere Heimatstadt zurückkommen zu dürfen, bedurfte es einer Zuzugsgenehmigung. Die bekamen wir dann auch nach einiger Bemühung, denn wir hatten Anspruch darauf, wieder in Osnabrück zu wohnen. Das bedeutete aber durchaus nicht, daß wir die Ostzone verlassen durften. Die Ausreise-Erlaubnis bekamen wir dann aber doch, allerdings ohne unser Eigentum mitnehmen zu dürfen, denn das ging nach ostzonalem Gesetz in Volkseigentum über. Es war aber schon schwer genug gewesen, einige Möbel vor den Bombenangriffen in Sicherheit zu bringen. Die hatten wir damals rüber geschafft und wollten sie nun nicht doch noch verlieren, zumal wir die hätten in Osnabrück neu kaufen müssen. Also entstand der Plan, alles über die Grenze zu schaffen.
Mit dem Klavier war das ziemlich einfach, denn die Russen kannten sich in der Gegend nicht ausreichend aus. Die Straße zwischen unserem Ort Dankmarshausen
und dem Nachbarort Großensee verlief an einer Stelle nämlich einige Meter durch die amerikanische Zone. Deswegen war der Grenzschlagbaum bereits am Ortsausgang Dankmarshausen eingerichtet. Diesen Grenzpunkt konnten nur Personen mit Ausweis aus Dankmarshausen oder Großensee passieren. Fremde kamen da nicht durch.
Als Radiobauer war ich natürlich so etwas wie ein Zauberer, denn ich gehörte zu denen, die für sie die Radios bauten. Die Russen gaben alles dafür, ein Radio zu bekommen. Eigentlich in jedem Raum der Baracken war eines im Laufe der Zeit. Es gab ja auch russischsprachige Sendungen.
Bedenkt man, daß die Russen tatsächlich Wasserkräne rausschraubten und nach Russland schickten, weil sie glaubten, daß dann auch dort Wasser aus der Wand käme, (das ist kein Märchen, die glaubten das wirklich) so hatten sie vor uns eben großen Respekt, denn wir holten Musik aus der Luft, einfach über eine Stange und ein Stück Draht. Sie horchten sogar dran, weil sie glaubten was hören zu müssen. Wirklich, für die Russen wirkte das wie Zauberei aus einer anderen Welt.
Es war eine andere Zeit, und wer heute darüber lächelt, sollte sich mal die Entwicklung der Technik des letzten Jahrhunderts ansehen. Viele Millionen Jahre hatte sich nichts an Technik entwickelt, und innerhalb kurzer Zeit explodierte dieser Fortschritt.
Unseren russischen Freunden am Schlagbaum erzählte ich einfach, daß mein Klavier zur Kirmes gebraucht würde. Das stimmte auch, wir hatten das so organisiert, nur wurde es in nicht in ostzonalen Großensee, sondern im Nachbarort Kleinensee in der amerikanischen Zone gebraucht. Also ließ man uns durch. Weil man aber von Großensee sofort über die Grenze konnte, weil es da keinen Schlagbaum mehr gab, fuhren wir das Klavier sofort weiter nach Kleinensee in das Lokal. Die Möbel hingegen konnten wir nicht durch den Schlagbaum bringen, denn dafür fehlte uns das Argument. Und so schafften wir alles nach und nach zu einem Bauern in eine Scheune. Ein Leiterwagen wurde mit Stroh ausgestopft und darunter die Möbel versteckt. Über Nacht fuhren unsere Helfer mit Pferd und Wagen mehrere mal über die Grenze, und die Russen an der Grenze waren rein zufällig nicht da. Denn wir hatten auch Möbel von Bekannten aus dem Harz dabei und somit Westgeld, für das man alles haben konnte, so auch Getränke, die unsere russischen Freunde sonst nie zu probieren bekamen.
Als ich Dankmarshausen als meinen Wohnort endgültig verließ, gingen mein Freund und ich mit dem Handwagen mitten durch Wald und Feld hinüber, schließlich kannten wir uns da ja aus, um die Koffer zum Bahnhof Hönebach zu bringen, die wir während der Reise mit uns führen würden. Irgendwann, wir waren längst im amerikanisch besetzten Gebiet, hörten wir hinter uns Motorengeräusch, und das auf einem Feldweg. Es war ein amerikanischer Jeep. Wir wurden zur amerikanischen Kommandantur am Bahnhof in Hönebach gebracht. Dort wurden wir befragt. Man wollte wissen, wie viele Russen gegenwärtig an der Grenze waren, und wie viele deutsche Grenzer. Alles war politisch und auf Konfrontation aus. Es war Krieg mitten im Frieden.
Inzwischen war auch meine Mutter angekommen, hatte den Handwagen mit dem Gepäck vor dem Gebäude am Bahnhof gesehen, in dem die Amerikaner sich eigerichtet hatten, und war reingekommen. Es war schon eine komische Situation. Mein Freund und ich, wir waren Gefangene, meine Mutter allerdings war frei und konnte gehen, wohin sie wollte, obschon die Amerikaner wußten, daß auch sie eben erst über die Grenze gekommen war. Weil wir aber eine Zuzugsgenehmigung nach Osnabrück hatten, und sich längst bei den verwunderten Amerikanern rumgesprochen hatte, daß wir mehrere Pferdewagen mit Möbel beladen mitten durch die Grenze gebracht hatten, durften wir die Möbel in die angemieteten Bahnwaggons verladen. Mein Freund und ich waren für die Zeit frei, und noch komischer wurde es dann, als die Amerikaner ihre Waffern beiseite legten und uns beim Einladen der Möbel halfen. Danach nahmen sie uns wieder mit und fuhren uns nach Rotenburg/Fulda ins Gefangenenlager, in dem noch mehr Grenzübertrittler waren. Nachdem man uns dann verhört hatte, fuhr man uns zurück nach Hönebach, und dann traten meine Mutter und ich die Fahrt nach Osnabrück an, während mein Freund Paul wieder zurück ging in die Zone.
2 russische Grenzsoldaten (mit Schirmmützen) an der noch nicht befestigten Grenze vor Dankmarshausen unterhalten sich mit Jugendlichen aus Widdershausen, Hans-Werner Kuntze beschrieb die russischen Soldaten in Dankmarshausen mehrheitlich als 18-20 jährige junge Männer
Biographie:
KUNTZE, HANS-WERNER * 01.04.1930 in Osnabrück, + 05.02.2021 in Georgsmarienhütte,
Komponist, Textautor, Sänger, Produzent (z.B. Label CCA), Konservatorium,
Kriegswirren, Rückzug nach Dankmarshausen an der Thüringischen Grenze,
1940 Tod des Vaters,
Rundfunkmechaniker-Ausbildung in Dankmarshausen, weiterer Klavierunterricht,
erste Kapellen-Arrangements, erste Kompositionen,
Hans-Werner Kuntze kehrte im Jahr 1948 aus Dankmarshausen nach Westdeutschland (Osnabrück) zurück.
zwei Schellackplatten in Österreich auf dem Label Myra,
1952 Gründung des Osnaton-Musikverlages,
Dezember 1955 erster Preis beim Karnevalsliederwettbewerb des Nordwestdeutschen Rundfunk Köln,
fortan Textautor-Erfolge mit Titeln im Karneval-Genre,
1957 Zusammenarbeit mit dem Komponisten PETER IGELHOFF (u.a. "Der Fischer vom Korallenriff"-geplant für UDO JÜRGENS, 1958 veröffentlicht von FRED BREMER auf Heliodor 450195),
Ariola-Produktionen (u.a. "Der alte Straßenmusikant", sein Titel "Karina-Lu" wird in der Vorentscheidung zum Deutschen Schlagerfestival 1960 von ERIK HERSCHMANN (später ERIK SILVESTER) interpretiert, eine Veröffentlichung auf Polydor mit PETER KRAUS scheitert an Verlags-Querelen, daraufhin wird DETLEF KRAUS ausgewählt),
Produzent bei Acondor u. CCA, kleines Tonstudio im Keller seines Hauses, Vertrieb über Metronome o. ERICH STORZ, Entdecker sehr vieler Interpreten u. Beatgruppen für die Schallplatte, siehe auch BACHNER-DUO, WALDNER-DUO
Komponist, Textautor, Sänger, Produzent (z.B. Label CCA), Konservatorium,
Kriegswirren, Rückzug nach Dankmarshausen an der Thüringischen Grenze,
1940 Tod des Vaters,
Rundfunkmechaniker-Ausbildung in Dankmarshausen, weiterer Klavierunterricht,
erste Kapellen-Arrangements, erste Kompositionen,
Hans-Werner Kuntze kehrte im Jahr 1948 aus Dankmarshausen nach Westdeutschland (Osnabrück) zurück.
zwei Schellackplatten in Österreich auf dem Label Myra,
1952 Gründung des Osnaton-Musikverlages,
Dezember 1955 erster Preis beim Karnevalsliederwettbewerb des Nordwestdeutschen Rundfunk Köln,
fortan Textautor-Erfolge mit Titeln im Karneval-Genre,
1957 Zusammenarbeit mit dem Komponisten PETER IGELHOFF (u.a. "Der Fischer vom Korallenriff"-geplant für UDO JÜRGENS, 1958 veröffentlicht von FRED BREMER auf Heliodor 450195),
Ariola-Produktionen (u.a. "Der alte Straßenmusikant", sein Titel "Karina-Lu" wird in der Vorentscheidung zum Deutschen Schlagerfestival 1960 von ERIK HERSCHMANN (später ERIK SILVESTER) interpretiert, eine Veröffentlichung auf Polydor mit PETER KRAUS scheitert an Verlags-Querelen, daraufhin wird DETLEF KRAUS ausgewählt),
Produzent bei Acondor u. CCA, kleines Tonstudio im Keller seines Hauses, Vertrieb über Metronome o. ERICH STORZ, Entdecker sehr vieler Interpreten u. Beatgruppen für die Schallplatte, siehe auch BACHNER-DUO, WALDNER-DUO