Einquartierung 1866 - Widdershausen aktuelles Projekt

Chronik Widdershausen
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Einquartierung 1866

Chronik 3 > Kriege
Einquartierung im Jahre 1866 in Widdershausen

Unter Einquartierung, zumeist im Kriegsfall, versteht man, im Gegensatz zur Unterbringung von Militärpersonen in Kasernen, die Zuweisung und Aufnahme in Quartiere. Diese Unterkünfte sind zivile Wohnbereiche, die aufgrund gesetzlicher Verordnungen oder ungesetzlicher Beschlagnahme von den Bürgern durch Militärangehörige requiriert werden.

Widdershausen gehörte zum Kurfürstentum Hessen, war die ab 1815 weithin gebräuchliche Bezeichnung für die deren Landesherr im Jahre 1803 zum Kurfürsten erhoben worden war. Im weiteren Sinne bezeichnete Kurhessen bzw. Kurfürstentum Hessen die Gesamtheit der von dem Kurfürsten regierten Territorien, die dann erst mit der Verwaltungsreform von 1821 unter eine einheitliche Verwaltung gestellt wurden. Durch Napoleon 1807 aufgelöst, kam der größte Teil der Fläche zum Königreich Westphalen, durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses 1814/15 wurde das Kurfürstentum restituiert und war dann bis zur Annexion durch Preußen 1866 Mitglied im Deutschen Bund.

Die Mobilmachung in Hessen erfolgte am 16. Mai 1866. Preußen marschierte am 14. Juni 1866 in Holstein ein, woraufhin der Bundesfeldzug gegen Preußen beschlossen wurde. Die hessischen Truppen waren marschbereit, aber es dauerte noch mehr als zwei Wochen, bevor auch die übrigen Truppenteile des 8. Armeekorps bei Frankfurt zusammengezogen waren. Anschließend zog die Armee durch Oberhessen nach Nordosten. Als am 3. Juli 1866 in der Schlacht bei Königgrätz der Ausgang des Krieges zugunsten von Preußen entschieden wurde, hatten die hessischen Truppen noch keine Feindberührung gehabt. Am 6. Juli 1866 brach Prinz Alexander den Vormarsch ab und kehrte um, aber nicht schnell genug: Am 13. Juli 1866 wurde er von preußischen Truppen bei Aschaffenburg eingeholt. Im Gefecht bei Frohnhofen wurden 175 hessische Soldaten getötet, 394 verwundet, 115 gefangen genommen. Der weitere Rückzug nach Süden brachte eine zweite militärische Niederlage im Gefecht bei Tauberbischofsheim am 24. Juli 1866.
Der hessische General Karl August von Stockhausen, hat sich während der Untersuchungen zu dem militärischen Desaster am 11. Dezember 1866 selbst erschossen. Der hessische Kriegsminister Friedrich von Wachter wurde am 28. Dezember 1866 abgelöst.
Einquartierung des Niederrheinischen Füsilierregimentes 39 in Widdershausen vom 1. Juli auf den 2. Juli 1866, Regimentskommandeur war zu dieser Zeit Oberst Friedrich Wilhelm v. Woyna, er übernachtete im Regimentsquartier in Berka an der Werra
Friedrich Wilhelm v. Woyna wurde am 7. Mai 1819 zu Trier geboren. Am 5. Auguſt 1837 wurde er dem 17. Infanterie - Regiment vom Kadettenkorps als Sekondlieutenant aufgenommen. Am 13. Juli 1852 wurde er zum Hauptmann befördert. Am 8. Juli 1858 als Major ins 32. Infanterie - Regiment versetzt. Er wurde am 16. Juni 1865 Kommandeur des Niederrheinischen Füsilier-Regiments, Nr. 39. Am 26. Juli 1870 wurde Oberst von Woyna zum Generalmajor befördert. Am 11. Dezember 1873 wurde Generalmajor von Woyna zum Generalleutnant befördert. Am 18. 11. 1880 wurde er Gouverneur der Festung Mainz. Er starb 29. Dezember 1896 in Bonn und wurde auf dem Hauptfriedhof in Mainz beerdigt.
Entlassungsschein des Johannes Nikolaus Trieschmann (1838-1907) aus Widdershausen aus dem Kurfürstlichen Hessischen Artillerie Regiment, Entlassung am 11. Juli 1866, Unterschrift: Regimentskommandeur Generalmajor Ernst Friedrich Ferdinand von Cochenhausen (1803–1871)
Laut Entlassungsschein gehörte Johannes Nikolaus Trieschmann (1838-1907) aus Widdershausen zur reitenden Batterie aus dem Kurfürstlichen Hessischen Artillerie Regiment, bei der reitenden Batterie handelt es sich um ein Sechsspännig gezogenes Geschütz (Sechspfünder), wobei die Kanoniere alle beritten waren
Laut Entlassungsschein gehörte Johannes Nikolaus Trieschmann (1838-1907) aus Widdershausen zur reitenden Batterie aus dem Kurfürstlichen Hessischen Artillerie Regiment, bei der reitenden Batterie handelt es sich um ein Sechsspännig gezogenes Geschütz (Sechspfünder), wobei die Kanoniere alle beritten waren
Marsch- und Unterkunftstafel der Main-Armee vom 1. bis 20. Juli 1866, Widdershausen wird hier als Alarmquartier aufgeführt, ein Alarmhaus ist eine Unterkunft für Truppenteile in Alarmbereitschaft auf Vorposten
Quellen:
Der Feldzug von 1866 in Deutschland, Redigiert von der kriegsgeschichtlichen Abtheilung des Großen Generalstabes, Ernst Siegfried Mittler & Sohn, Königliche Hofbuchhandlung, Berlin 1867
Der Weg des Kurhessischen Corps bis zur Kapitulation in Mainz 1866 im Spiegel der Zeitungsberichte, Ludolf Pelizaeus, Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte (ZHG), Band 108, 2003, Seite 159-172
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