Kirchenglocken - Widdershausen aktuelles Projekt

Chronik Widdershausen
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Kirchenglocken

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Kirchenglocken
Die Glocke ist kein ursprünglich christliches Instrument. Doch wurde sie zusammen mit der Orgel im Umfeld liturgischer und religiöser Handlungen zum akustischen Sinnbild der abendländischen christlichen Musik überhaupt. Die Christen in Europa haben die Glocke über die Jahrhunderte hinweg zu ihrem rituellen Zeichen gemacht und ihrem Klang einen wichtigen Platz in ihrem spirituellen Repertoire eingeräumt. Die Glocken tragen den Glauben mit ihrem Klang durch die Straßen und laden zum Gottesdienst. Mit ihrem wortlosen Gesang sind sie in der Lage, Menschen auf eine Weise anzusprechen, die mit Worten nicht erklärbar ist.
Heute wie in früheren Zeiten ist der Glockenklang etwas, das in einer kleinstädtischen oder dörflichen Gemeinschaft stark identitätsstiftend wirkt und nach wie vor aus dem öffentlichen Leben nicht wegzudenken ist. Der Glockenklang wird – wenn denn das Geläut in einem guten Zustand ist – oft als beruhigend beschrieben. Oder als gewaltig oder als „einfach schön“. Und oft fehlen die Worte. Glockengeläut ist das Läuten von Glocken zu bestimmten Anlässen in einer bestimmten Form. Kirchenglocken werden nach einer Läute-Ordnung geläutet. Man unterscheidet kirchliches sowie weltliches Geläut.
Die neuen Widdershäuser Bronzeglocken kurz vor der Einbringung im Juni 2016
Traditionell läuten die Kirchenglocken vor einem Gottesdienst, um die Gemeinde in die Kirche zusammenzurufen, sowie während des Gottesdienstes beim Vaterunser-Gebet (protestantisch) bzw. während der Wandlung (katholisch) sowie am Gründonnerstag und in der Osternacht während des Gloria. Gleiches gilt für Taufen, Hochzeiten, Bestattungen und ähnliche Ereignisse (säkulares Geläut). Außerdem gibt es noch das Angelusläuten der katholischen Kirche, das morgendliche, mittägliche und abendliche Läuten der Kirchenglocken, zu dem das Gebet Der Engel des Herrn - in der Osterzeit das Regina caeli - gebetet wird. Das Pendant dazu in den evangelischen Kirchen ist das Bet-Läuten. Mancherorts wird der Tod eines Menschen durch ein Totengeläut am Abend des Sterbetages angezeigt.
 
Die Tradition des kirchlichen Geläuts ist in Deutschland durch die Religionsfreiheit grundgesetzlich geschützt.
Kirchenglocken aus dem Landkreis werden zum Einschmelzen am Bahnhof verladen
Kirchenglocken aus dem Landkreis werden zum Einschmelzen am Bahnhof verladen
Sakrales Geläut
Traditionell läuten die Kirchenglocken vor einem Gottesdienst, um die Gemeinde in die Kirche zusammenzurufen, sowie vor Hochzeiten und Bestattungen (sakrales Geläut). Ausserdem gibt es das morgendliche, mittägliche und abendliche Läuten der Kirchenglocken zu dem das Gebet Der Engel des Herrn (angelus domini, katholisch) gebetet wird. Das Pendant dazu ist das Betläuten in den evangelischen Kirchen.

Weltliches Geläut
Der Stundenschlag, das regelmässige Schlagzeichen zur vollen Stunde, oft auch zur Viertelstunde, hat keinen kirchlichen Hintergrund. Er stammt aus der Zeit des Mittelalters, als der Grossteil der Bevölkerung keine Uhr hatte und von der Turmuhr der Kirche abhängig war. Die Tradition hat sich jedoch bis heute gehalten und wird oft von Kirchengemeinden als liturgisches Zeichen für Vergänglichkeit und Ewigkeit umgedeutet. Weltlichen Ursprungs ist auch das Glockengeläut in der Neujahrsnacht. Ausserdem könnten in Abwesenheit von Alarmsirenen die Kirchenglocken im Notfall geläutet werden, z.B. bei Feuer oder Angriffsalarm.
 
Morgenläuten um 8 Uhr (eigentlich 6 Uhr)
Der erste Glockenruf ertönt morgens um sechs Uhr bei Tagesanbruch zur Stunde der Auferstehung von Christus. Er erinnert auch an das Verhör von Jesus durch Pontius Pilatus.
 
Das 12-Uhr-Läuten oder Mittagsläuten
Es hat seinen Ursprung nicht unmittelbar in der Leidensgeschichte von Jesus. Es wurde vielmehr von Kaiser Karl V. zur Zeit der grossen Türkengefahr 1529 als Bet-Läuten um den Frieden in der Welt und um Abwendung der Türkengefahr verfügt. Es hat bis heute seine Bedeutung als Ruf zum Friedensgebet behalten.
 
Abendläuten
Zur Zeit des Einbruchs der Dunkelheit. Das Abendgebetläuten gilt dem Gedächtnis der Grablegung Christi. Es ermahnt die Gläubigen zugleich daran, an ihre eigene Vergänglichkeit zu denken, und an das Ende der Welt. "Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi."
 
Den Sonntag einläuten (Samstagabende und Vorabende vor Festtagen)
Es zeigt an, dass der Sonntag, der Tag des Herrn bevorsteht und die Christen sich vorbereiten sollten, den Tag würdig zu begehen.
 
Die Läutezeiten zum Gottesdienst
Eine Stunde vor Beginn des Gottesdienstes wird zum ersten Mal geläutet, eine viertel Stunde vorher ein zweites Mal.
 
Der Stundenschlag
Die Zeitansage der Glocken ist nicht nur eine nützliche Einrichtung um zu wissen "was die Stunde geschlagen hat". Es mahnt uns an die Vergänglichkeit der Zeit, sagt uns, dass auch uns einmal "unsere Stunde schlägt".

Quelle: Drei neue Kirchenglocken für Widdershausen durch Spenden finanziert, Osthessen-News vom 7. Juni 2016
K+S Werksleiter C. Wehner, Kirchenvorstandsmitglied Bernd Trieschmann, Pfarrer Wilfried Marnach, Kirchenvorstandsmitglied Lothar Buch und Werksleiter Roland Keidel mit der Kirchenglocke, die das Werk gespendet hat
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