Quellenfassung - Widdershausen aktuelles Projekt

Chronik Widdershausen
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Quellenfassung

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Quellenfassung der Igelsdorfer Quellen
Igelsdorfer Siedlungsgebiet, rechts neben dem Pfaffental am Igelsdorfer Rain, ist die Lage der Igelsdorfer Quellen markiert
Igelsdorfer Siedlungsgebiet, rechts neben dem Pfaffental mit rotem Pfeil ist die Lage der Igelsdorfer Quellen markiert
Die Gemeinde Widdershausen im Kreise Hersfeld ist auf den Antrag vom 28. August 1931 durch den rechtskräftigen Bescheid des Bezirksausschusses zu Kassel vom 18. März 1932 für die Gemeindewasserleitung in Widdershausen gemäß § 203 Absatz 1 des Wassergesetzes vom 07. April 1913 (G.S.S. 53) mit unten folgender Bedingung das dauernde Recht zu verliehen worden:
das gesamte unterirdische Wasser des Grundstücks Parzelle 466/57 Kartenblatt 2 Gemarkung Widdershausen (Eigentümerin Gemeinde Widdershausen) da, wo es als Quelle zu Tage tritt (Igelsdorfer Quellen) zutage zu fördern, um es zur Wasserversorgung in der Gemeinde Widdershausen zu verbrauchen.
Katasterkarte des Grundstücks Parzelle 466/57 Kartenblatt 2 Gemarkung Widdershausen, Igelsdorfer Quellen, Saugschacht zur Pumpstation (Wiesenpumpenhaus) 1931
Bedingung:
Um die Quellfassung ist ein Schutzgebiet zu bilden, das nicht gedüngt und beweidet werden darf. Das Schutzgebiet muss mindestens 5 Meter vom Ursprungsort des Quellwassers nach allen Seiten reichen.
Grund des Antrages:
Das Unternehmen muss bis zum 1. April 1933 ausgeführt und in Betrieb gesetzt sein (§ 60 des Wassergesetzes).
Die Gemeinde Widdershausen hat im Jahre 1929 nach dem landespolizeilich genehmigten Entwurf, dem die Fassung, Beileitung und Hochförderung der Igelsdorfer Quellen zu Grunde gelegt waren, ein Wasserwerk gebaut und hieraus die Gemeinde und Betriebe mit Wasser versorgt.
Wasserbedarf:
980 Einwohner__________a 50 Liter = 49,00 cbm
330 Stück Großvieh______a 50 Liter = 16,50 cbm
650 Stück Kleinvieh______a 15 Liter = 09,75 cbm
                                       zusammen 75,25 cbm
Das Wasser der Quellen ist vorher von der landwirtschaftlichen Versuchsstation in Harleshausen bei Kassel untersucht und für gut befunden worden.
Das Wasser ist weich und enthält freie Kohlensäure in einer Menge, die eine Entsäuerung nötig macht.
Wasserleitungsbau - Zeitungs-Ausschnitt aus der Hersfelder Zeitung vom 4. September 1929
Die Quellen traten vor der Fassung sichtbar zu Tage und flossen in dem offenen Igelsdorfer Graben ab.
Es wurde ein Schacht mit zweiteiliger Fassungs- und Entsäuerungsanlage errichtet und der frühere Wasserspiegel ist auf 1,5 Meter abgesenkt worden. Das Quellwasser tritt in die Fassungskammer durch die offene Sohle und durch Schlitze in den Aussenwänden ein und fließt durch offene Stossfugen in der Zwischenwand in die Entsäuerungskammer. Es durchfliesst hier das Marmorfilter und gelangt in den Ablaufschacht, der hierfür mit offenen Stossfugen gemauert ist. Von hier wird es durch die Zuleitung zum Saugschacht mit Pumpstation abgeleitet.
Der Überlauf ist in der Fassungskammer angeordnet, sodass nur das Rohwasser überläuft, ohne dass es die Entsäuerungskammer durchfließt. Ein Marmorvorratsraum ist vorhanden und der verbrauchte Marmor kann durch eine Öffnung leicht nachgefüllt werden.
Im Saugschacht der Pumpstation ist ein Überlauf vorhanden, die Wände sind bis über die Überlaufhöhe der Quellenfassung hochgeführt, sodass dadurch der Aufstau in die Fassungs- und Entsäuerungsanlage bzw. in den Gebirgsstock erfolgt. Hierdurch wird erreicht, dass das Wasser im Gebirgsstock aufgespeichert wird und die Absenkung nach dem Wasserbedarf der Gemeinde bewirkt wird. Der Wasserstand in der Fassungs- und Entsäuerungskammer beträgt 1,80 Meter. sodass sich der Wasserspiegel im Gebirge um dieses Mass mit absenkt. Bei Trockenperioden dauert es daher längere Zeit, bis der gesamte Vorrat im Gebirgsstock auf die Höhe angesenkt und abgelaufen ist. Der Überlauf mündet in den vorhandenen Igelsdorfer Graben, in welchen früher die Quellen abgeflossen sind.
Wasserleitungsbau - Zeitungs-Ausschnitt aus der Hersfelder Zeitung vom 30. Oktober 1929
Die Zuleitung von der Fassungsanlage zum Saugschacht mit Pumpstation ist 900 Meter lang und hat 125 mm Durchmesser. Der Saugschacht hat 56 cbm Inhalt. Auf ihm ist die Pumpstation angeordnet. Diese ist mit zwei Elektromotor-Pumpwerken ausgerüstet, von denen das Wasser durch die Druckleitung von 520 m Länge und 100 mm Durchmesser, sowie 540 Meter von 125 mm Durchmesser, die auch gleichzeitig Falleitung zum Ort ist, zum Hochbehälter hochgefördert wird. Die Verteilungsleitungen haben 80 mm Durchmesser. Der Hochbehälter hat 150 cbm Inhalt, hiervon sind 50 cbm für Feuerlöschzwecke vorgesehen.

Quelle:
II. Ausfertigung zum Antrag der Gemeinde Widdershausen, Kreis Hersfeld, zur Verleihung des Rechts zur Zutageförderung von unterirdischem Wasser, 1. Oktober 1931
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